Erstellt am 23. September 2014, 16:25

von APA/Red

USA fliegt Luftangriffe gegen IS. Die USA haben erstmals Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien bombardiert.

Das US-Militär und Luftstreitkräfte von Partnerländern hätten in der Nacht auf Dienstag die Extremisten mit Kampfjets, Bombern und Marschflugkörpern angegriffen, teilte das Pentagon mit. Mindestens 70 Extremisten sollen getötet, etwa 300 Jihadisten verletzt worden sein.

Bei den Verbündeten handelt es sich nach Angaben des US-Zentralkommandos in Florida um Saudi-Arabien, Jordanien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Die Ziele in Syrien seien mit von See aus abgefeuerten Marschflugkörpern "Tomahawk", Flugzeugen und Drohnen angegriffen worden. Es habe insgesamt 14 Luftschläge gegen den IS gegeben. Nach Angaben syrischer Menschenrechtler kamen mehrere Jihadisten bei den Angriffen ums Leben.

Hochburg der Jihadisten als Ziel

Zu den Angriffszielen gegen den IS gehörten laut dem US-Militär in Syrien Kommandozentren, Trainingslager, Waffenarsenale und Versorgungslager der Miliz. Es seien vor allem Stellungen und Einrichtungen im nordostsyrischen Raqqa angegriffen worden, darüber hinaus in der Nähe der Städte Dair as-Saur, Hasaka und Abu Kamal. Raqqa gilt als die syrische Hochburg der Jihadisten. Sie kontrollieren im Norden und Osten des Landes insgesamt rund ein Drittel der Fläche Syriens.

Ohne Beteiligung von Verbündeten hätten die USA zudem acht Ziele der weitgehend noch unbekannten Khorasan-Gruppe in Syrien westlich von Aleppo bombardiert, schrieb das Pentagon auf Facebook. Dabei habe es sich um Ausbildungslager, eine Waffen- und Munitionswerkstatt sowie Kommando- und Kommunikationseinrichtungen gehandelt. Ziel sei die Vereitelung geplanter Anschläge auf die USA gewesen.

Österreich bietet humanitäre Hilfe an

Auch Österreich beteiligt sich an der Allianz gegen den IS-Terror. Man werde sich politisch, aber nicht militärisch beteiligen, also beispielsweise humanitäre Hilfe für verfolgte Minderheiten wie die Yeziden bereitstellen, sagte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) vor dem Abflug zur UNO-Generalversammlung in New York.

Angesichts des Vormarsches des IS bereitet sich die Türkei inzwischen auf eine weitere Massenflucht von Syrern vor. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, mehr als 138.000 Flüchtlinge hätten die Grenze seit deren Öffnung am Freitag passiert. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte vor Beginn der UN-Vollversammlung in New York, inzwischen hätten insgesamt 1,5 Millionen Menschen vor allem aus Syrien in der Türkei Zuflucht gesucht.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR erstellt bereits Notfallpläne für den Fall, dass auch alle 400.000 Einwohner der nordsyrischen Kurdenstadt Kobani in die Türkei flüchten. Kobani wird von dem IS belagert, die bereits Dutzende Dörfer in der Region überrannt hat.