Erstellt am 12. August 2014, 14:33

von APA/Red

"Tax Freedom Day" heuer erst am 12. August. Der durchschnittliche österreichische Steuerzahler hat erst am heutigen 12. August seine Abgabenleistung für 2014 erledigt: Ab diesem Tag wirtschaften die heimischen Steuerzahler laut Berechnungen des wirtschaftsliberalen "Austrian Economic Centers" (AEC) in die eigene Tasche.

SPÖ, NEOS, die Junge Wirtschaft und die Junge Industrie pochten anlässlich des "Tax Freedom Days" auf eine Steuersenkung.

Um den "Tax Freedom Day" zu erreichen, muss man von Jahr zu Jahr länger arbeiten. Im Vorjahr war dieser am 31. Juli, 2012 schon am 28. Juli. Grund dafür sei unter anderem die steigende Abgabenquote und zwar für alle Bereiche, sagte Barbara Kolm vom AEC im Ö1-"Morgenjournal". "Heuer ist zum ersten Mal die Lohnsteuer die Steuer, für die wir am längsten arbeiten, nämlich 42 Tage, währenddessen die Mehrwertsteuer nur mit 41 Tagen zu Buche steht", so Kolm.

Millionäre arbeiten schon im März "für sich selbst"

Für das Finanzministerium ist das Datum "nicht nachvollziehbar". Laut internationalen Statistiken liege die Abgabenquote in Österreich bei 43,8 Prozent und der "Tax Freedom Day" müsse somit eigentlich im Juli liegen.

SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer betonte, der Tag zeige, "wie notwendig eine steuerliche Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen" sei. Millionäre könnten bereits im März "ausschließlich 'für sich selbst' arbeiten".

NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn forderte Reformen bei Förderungen, Föderalismus und Pensionen: "Es kann nicht sein, dass die Steuerzahler mehr als die Hälfte des Jahres für einen überdimensionierten und unbeweglichen Staatsapparat arbeiten muss", so Schellhorn.

Forderung: Senkung der Steuer- und Abgabenquote

Die Grünen fordern die Erhöhung vermögensbezogener Steuern, um die Lohnsteuer zu reduzieren. Auch die freiheitliche Europaabgeordnete Barbara Kappel sprach sich am Dienstag für eine deutliche Reduktion der Steuer- und Abgabenquote in Österreich aus.

Während Österreich bei den vermögensbezogenen Steuern weit unter dem OECD-Schnitt liege, sei die Belastung der Arbeitnehmer viel zu hoch, kritisierte der Grüne Budgetsprecher Bruno Rossmann. Er trat allerdings für eine "differenzierte Betrachtung" des "Tax Freedom Day" ein: Die Steuerzahler zahlen schließlich nicht "für den Staat, sondern vielmehr für öffentliche Leistungen von Bildung bis hin zur Gesundheitsversorgung", so Rossmann. Es gehe daher nicht an, "solche Berechnungen für Angriffe auf den Sozialstaat zu missbrauchen".

Kappel forderte "die automatische Valorisierung der Tarifstufen bei der Lohn- und Einkommenssteuer, das heißt die Abgeltung der kalten Progression", und eine Änderung der Steuertarife und Tarifstufen bei der Lohn- und Einkommensteuer. "So kann es nicht weitergehen", sagt Kappel, "kalte Progression und Inflation haben 2013 in Österreich zu einer realen Null-Lohnrunde geführt".