Erstellt am 13. November 2014, 13:13

von APA/Red

Team Stronach für öffentliche Bundesspitäler. Das Team Stronach fordert radikale Strukturänderungen im Gesundheitswesen.

Sämtliche öffentlichen Spitäler sollten den "Landesfürsten und Bezirkskaisern" entzogen und in die Trägerschaft des Bundes übertragen werden, sagte Gesundheitssprecher Marcus Franz am Donnerstag. Auch die Zusammenlegung der Krankenkassen verlangte er.

Träger sollte der Bund sein, als Betreiber der 122 öffentlichen Krankenhäuser könnten aber Private aktiv werden, meinte Franz. Dadurch (und durch Bettenabbau und Standortschließungen) könnte man ein Drittel der zwölf Mrd. Euro einsparen, die derzeit jährlich für die stationäre Versorgung ausgegeben würden, zeigte er sich überzeugt. Das Geld sollte in den niedergelassenen Bereich fließen.

Kein Ärztemangel, aber Verteilungsproblem

Auch dort brauche es eine ordentliche Planung und zentrale Steuerung, so Franz weiter. Einen Ärztemangel gibt es seiner Ansicht nach nämlich nicht, Österreich sei hinter Griechenland mit 4,75 Ärzten auf 1.000 Einwohner sogar Vize-Europameister. Vielmehr handle es sich um ein Problem der Verteilung. An der Mischfinanzierung aus Krankenversicherungsbeiträgen und öffentlichen Mitteln will er festhalten, aber mehr in Richtung Steuerfinanzierung rücken.

Kritik übte er auch am jüngst beschlossenen Ärztegesetz. Dass Mediziner nach der Ausbildung im Ausland bei der Rückkehr nochmals eine österreichische Arztprüfung absolvieren müssten, sei ein katastrophales Zeichen für die Jungärzte. Passiert sei dies durch den Entfall eines Absatzes des alten Gesetzes, der die Anrechnung geregelt hatte. "Wenn der erste klagt, fällt das sowieso", sagte Franz. Seine Fraktion will nun eine Änderung beantragen.