Erstellt am 09. September 2015, 11:24

Teamspieler jubelten über "Wahnsinnsleistung" in Schweden. Es war ein Bild mit Symbolkraft: Österreichs Fußball-Teamspieler zelebrierten das 4:1 gegen Schweden und den damit verbundenen EM-Startplatz ausgerechnet in jenem Bereich der Friends Arena von Solna, von dem aus Zlatan Ibrahimovic vor knapp zwei Jahren mit einem Schuss ins lange Eck die WM-Träume der ÖFB-Auswahl beendet hatte.

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Die Enttäuschung von damals ist spätestens seit Dienstag Schnee von gestern. Die Schützlinge von Teamchef Marcel Koller jubelten mit den 2.200 mitgereisten Fans, legten mit ihren übergestreiften "Frankreich WIR kommen"-T-Shirts minutenlange Freudentänze auf den Rasen hin und schupften Koller, Sportdirektor Willi Ruttensteiner und ÖFB-Präsident Leo Windtner in die Luft.

Alaba und Martin Harnik betätigten sich via Megafon als Einpeitscher, flankiert von Aleksandar Dragovic mit einer rot-weiß-roten Perücke als Kopfschmuck. Auch Marko Arnautovic beteiligte sich intensiv an den Feierlichkeiten und meinte danach: "Wir haben bewiesen, dass wir nicht nur eine Mannschaft sind, sondern eine Familie."

Ihr eigener Gala-Auftritt versetzte die ÖFB-Internationalen in eine Stimmung zwischen Euphorie und Verblüffung. "Ich kann es noch gar nicht richtig begreifen und tu' mir schwer, das alles einzuordnen", gab Christian Fuchs nach dem siebenten Pflichtspiel-Erfolg en suite zu. "Wer hätte das vorher gedacht, dass wir so durchmarschieren? Vorher hätte ich auch unterschrieben, dass wir uns nur knapp qualifizieren", sagte der Teamkapitän.

Sebastian Prödl sprach von einem "Wahnsinnsspiel" und einer "Wahnsinnsleistung". "Schöner kann man die Qualifikation nicht fixieren. Wir haben die Schweden hochverdient auseinandergenommen, es hat fast alles gestimmt. Wir sind froh, dass wir es geschafft haben. Und die Art und Weise, wie wir es geschafft haben, ist das Sahnehäubchen."

Laut David Alaba hat sich das Nationalteam nun für die Mühen der vergangenen Jahre belohnt. "Wir haben sehr lange und hart daran gearbeitet, so einen Erfolg zu feiern", erklärte der Bayern-Star und wies darauf hin, dass der Sieg höher hätte ausfallen können.

Allerdings hätte das Spiel auch eine andere Wendung nehmen können, schließlich übten die Schweden zu Beginn großen Druck aus. "Da sind wir zu tief gestanden", meinte Julian Baumgartlinger. Man habe sich dann innerhalb der Mannschaft darauf verständigt, weiter nach vorne zu rücken und früher zu attackieren, womit man den Hausherren den Schwung nahm.