Erstellt am 06. September 2016, 16:23

von APA Red

Drittes Todesopfer nach Tiefgaragen-Einsturz geborgen. Nach dem Einsturz einer fast fertigen Tiefgarage in Tel Aviv ist die Zahl der Toten auf drei gestiegen.

 |  APA/ag.

 Wie viele Menschen noch unter den Trümmern seien, könne er im Moment nicht sagen, teilte ein Sprecher der Rettungssanitäter am Dienstagnachmittag mit. In der Früh hatte er von fünf Vermissten gesprochen. 

Rund 30 weitere Menschen wurden verletzt, als am Montag aus bisher ungeklärtem Grund ein vierstöckiges unterirdisches Parkhaus einstürzte. Hunderte Mitglieder einer Spezialeinheit der Armee waren am Dienstag noch im Einsatz, um die Vermissten aus den Trümmern zu retten. Nach Angaben der Zeitung "Haaretz" waren unter den Verschütteten mehrere Palästinenser. Der Unfallort war am Dienstag weiterhin weiträumig abgesperrt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besuchte den Ort des Unglücks am Montagabend. "Es sind immer noch Menschen eingeschlossen", sagte er. "Wir unternehmen alle Anstrengungen und geben niemanden auf. Wir werden sie alle finden."

Bei einem der Todesopfer handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 28 Jahre alten Bauarbeiter aus der Ukraine. Nach dem Unfall wurde Kritik an mangelnder Bausicherheit in Israel laut. Die Polizei hat bereits Ermittlungen zu den Ursachen für das Unglück aufgenommen. Ein Parlamentsausschuss hat eine Debatte über das Thema Bausicherheit für Donnerstag angesetzt.

Die israelische Nachrichtenseite "ynet" zitierte am Dienstag aus einem Interview mit dem Generaldirektor der zuständigen Baufirma von vor drei Jahren. Dieser habe damals erklärt, man habe für den Bau der Tiefgarage einen Architekten eingestellt und keinen Bauingenieur, um Kosten zu sparen.

Arbeiter hatten sich nach Medienberichten schon zuvor über Sicherheitsmängel beim Bau der Tiefgarage beschwert. Nach Informationen der Zeitung "Haaretz" hat Israel in der westlichen Welt mit die meisten Unfälle auf Baustellen: Nach einer Untersuchung des israelischen Wirtschaftsministeriums und des Nationalen Versicherungsinstitutes seien in den Jahren 2000 bis 2015 insgesamt 480 Menschen bei derartigen Unfällen getötet worden.