Erstellt am 13. September 2014, 17:10

von APA/Red

Letten verkürzten gegen Österreich auf 1:2. Die Entscheidung im Davis-Cup-Länderkampf der Europa-Afrika-Zone I (1. Play-off-Runde) zwischen Lettland und Österreich fällt erst am Sonntag.

Philipp Oswald/Alexander Peya mussten sich am Samstag in Valmiera dem überraschend starken lettischen Duo Ernests Gulbis/Mikelis Libietis mit 5:7,6:7(3),4:6 beugen, womit Lettland auf 1:2 verkürzte. Es ist wahrscheinlich, dass die Gastgeber am Sonntag mit Gulbis im Einzel spielen.

Damit hat im österreichischen Team wohl kaum jemand gerechnet: Zwar wusste man um die Gefährlichkeit von Gulbis, doch dass dieser mit dem unbekannten US-College-Spieler Libietis derart gut harmonieren würde, war nicht zu erwarten. Peya, aktuelle Nummer 6 im Doppel, und Oswald (46.) waren doch weit über das Duo der Gastgeber zu stellen gewesen.

Auf dem Platz war davon nichts zu merken. Die Hausherren gingen im ersten Satz gleich einmal 2:0 in Führung und schnappten sich nach einem Rebreak der Österreicher im zwölften Game mit dem ersten Satzball und einem Break gegen Peya den ersten Durchgang. Im zweiten Satz ging es ohne Aufschlagverlust ins Tiebreak, in dem Oswald/Peya mit 3:1 führten, danach aber keinen Punkt mehr machten.

Als Gulbis/Libietis mit einem neuerlichen Break gegen Peya in den dritten Satz starteten und das ÖTV-Doppel im sechsten Game vier Rebreakchancen ausließ, war die Partie gelaufen. Ausgerechnet Libietis servierte das Match aus. Der 22-jährige Nobody, der im US-Bundesstaat Tennessee erfolgreich College-Tennis spielt, bot eine nicht für möglich gehaltene Leistung.

ÖTV-Spieler enttäuscht

Die ÖTV-Spieler waren freilich niedergeschlagen. "Sehr enttäuschend. Wir wollten das heute beenden, jetzt müssen wir noch einmal in den Sonntag rein. Wir müssen ihnen gratulieren. Gulbis war nicht breakbar und Libietis hat sich in seinem Schatten immer mehr gesteigert und in den engen Situationen gut aufgeschlagen", erklärte Weltklassemann Peya, wollte sich aber nicht nur auf die Stärke des Gegners ausreden. "Wir müssen aber die Fehler bei uns suchen, wir haben unsere Chancen einfach nicht verwerten können und unnötige Breaks kassiert."

Oswald sah es ähnlich. "Es ist leider überhaupt nicht nach Wunsch verlaufen. Es gab in jedem Satz eine Schlüsselszene. Da waren unglückliche Punkte dabei, aber auch Punkte, die wir einfach machen müssen", sagte der Davis-Cup-Debütant und erinnerte sich: "Im Tiebreak mache ich bei 3:1 einen Reflex-Volley, der knapp out ist und es steht 3:2 statt 4:1. Im dritten Satz serviert Libietis bei Breakball ein Ass mit dem zweiten Aufschlag. Irgendwie war es schon fast verhext. In Summe waren sie aber einfach besser, vor allem beim Service."

Letten waren stärkeres Team

Für ÖTV-Kapitän Clemens Trimmel ging "die Niederlage in Ordnung". "Die Letten waren über drei Sätze insgesamt das stärkere Team. Alex und Ossi haben sicher nicht ihren besten Tag erwischt, können weitaus besser spielen, was sie im Training auch bewiesen haben", stellte der 36-Jährige fest. Am Netz habe oft die Abstimmung nicht gepasst. "Wir dürfen aber die Köpfe nicht hängen lassen, müssen das schnell abhaken und den Fokus auf morgen richten. Wir führen 2:1 und gehen als Favorit in den dritten Tag. Es gibt zwei Punkte zu vergeben und wir schauen, dass wir uns gleich den ersten holen."

Am Sonntag (13.00 Uhr MESZ/live ORF Sport +) hat die ÖTV-Truppe nun zwei weitere Möglichkeiten, den Klassenerhalt in der zweithöchsten Liga dieses Traditionsbewerbs zu sichern. Es wäre keine Überraschung, wenn Trimmels Pendant bei den Letten, Karlis Lejnieks, für das erste Einzel gegen Jürgen Melzer nun doch noch Gulbis nominiert. Der klar beste Spieler bei diesem Länderkampf ist aktuelle Nummer 13 der Welt und könnte anstelle von Andis Juska antreten."Wenn Gulbis morgen spielt, wird er sicher im ersten Einzel spielen. Die Vorbereitung ändert sich für uns aber nicht, es ist für beide Spieler ein normaler Matchtag", sagte Trimmel.

Der Sieger der Begegnung spielt sicher in der Europa-Afrika-Zone I 2015, der Verlierer muss gegen den Verlierer der Begegnung Rumänien - Schweden (Zwischenstand: 2:1) vom 24. bis 26. Oktober gegen den Abstieg spielen.