Erstellt am 04. November 2016, 10:44

Murray wird für Thiem zum letzten London-Strohhalm. Die mögliche Qualifikation von Dominic Thiem für das World-Tour-Finale der besten acht Tennis-Profis des Jahres ist im Laufe der Woche immer mehr zur Zitterpartie geworden.

Siegt der Schotte, freut sich auch Thiem  |  APA (AFP)

Nachdem der Niederösterreicher beim Masters-1000-Turnier in Paris in Runde zwei dem US-Amerikaner Jack Sock unterlegen war, überstanden seine letztlich verbliebenen zwei London-Konkurrenten am Donnerstag auch das Achtelfinale.

Jo-Wilfried Tsonga setzte sich dabei gegen den bereits für das "Masters" qualifizierten Japaner Kei Nishikori 0:6,6:3,7:6(3) durch, ehe Tomas Berdych mit einem 6:4,6:3 gegen den Franzosen Gilles Simon ebenfalls im Rennen blieb. Der Tscheche benötigte damit nur noch einen Sieg in der (heutigen) Freitag-"Nightsession" (nicht vor 19.30 Uhr), um mit dem Halbfinal-Einzug Thiem im "Race" zu überholen.

Dafür muss der 31-Jährige aber den seit Wochen überzeugenden Erste-Bank-Sieger Andy Murray besiegen. Der Schotte hat seit seinem Viertelfinal-Out bei den US Open mit Peking, Shanghai und Wien alle drei von ihm bestrittenen Turniere gewonnen. Im letzten Freitag-Match ist Tsonga gegen Kanadas London-Fixstarter Milos Raonic gefordert. Gegen Nishikori hatte der Franzose zwei Matchbälle abzuwehren, um sich doch durchzusetzen.

Tsonga müsste das Pariser Turnier gewinnen, um an Thiem vorbeiziehen. Im Halbfinale bekäme er es dabei mit dem Sieger aus der Partie Murray gegen Berdych zu tun. Murrays Hochform mit zuletzt 16 Siegen en suite auf der Tour und seinem Streben um die Weltranglistenführung könnte also zu Thiems größtem Trumpf auf dem Weg nach London werden.

Sollte Murray auch den Paris-Titel holen - womit Thiem beim Saisonfinale dabei wäre -, wäre er bei einem Scheitern von Novak Djokovic vor dem Finale die neue Nummer eins. Der zuletzt nicht immer überzeugende Serbe bekam es am Freitag mit dem in Topform befindlichen Basel-Sieger Marin Cilic zu tun. Bei einer Niederlage von Djokovic gegen den Kroaten würde Murray bereits der Finaleinzug zur Nummer eins reichen.