Erstellt am 04. September 2014, 22:31

von APA Red

Nishikori erster Japaner in Grand-Slam-Halbfinale. Kei Nishikori steht als erster Japaner im Halbfinale eines Tennis-Grand-Slams. Der 24-Jährige bezwang am Mittwoch bei den US Open die Nummer drei des Turniers, Stanislas Wawrinka, in fünf Sätzen 3:6,7:5,7:6(7),6:7(5),6:4.

 Im Halbfinale trifft der als Nummer zehn gesetzte Japaner nun auf den Novak Djokovic. Die restlichen Viertelfinalpartien in New York stehen am Donnerstag auf dem Programm.

4:15 Stunden dauerte es, bis Nishikori den Matchball gegen Wawrinka verwandelt hatte. Damit war er sogar um vier Minuten schneller als vor eineinhalb Tagen, als er den Kanadier Milos Raonic aus dem Turnier geworfen hatte. "Ich war ein bisschen müde, aber ich liebe es, fünf Sätze zu spielen", sagte Nishikori, der nach einer Fußverletzung erst unmittelbar vor Turnierbeginn das Training wieder aufgenommen hatte.

"Zu viele Auf und Abs" für Wawrinka

Wawrinka bemängelte seinerseits fehlende Konstanz. "Ich ärgere mich weniger über das Resultat, als über mich und mein Spiel", erklärte der Schweizer. "Das hatte auch damit zu tun, dass Nishikori sehr gut gespielt hat. Aber es gab zu viele Auf und Abs."

Djokovic gewann gegen Andy Murray in der Neuauflage des Finales von 2012, das Murray in fünf Sätzen für sich entschieden hatte, mit 7:6(1),6:7(1),6:2,6:4. Djokovic hatte im ersten Satz gegen Murray bereits mit 4:1 geführt, konnte die Führung aber nicht halten.

Die Entscheidung fiel im Tiebreak dennoch zugunsten der Nummer eins aus Serbien. Ähnlich verlief Satz zwei: Djokovic hatte bereits mit 3:1 geführt, Murray gelang jedoch ein Break und im Tiebreak sogar der Satzgewinn. Für den Weltranglisten-Ersten war es der erste Satzverlust im Turnier.

"Haben unser Bestes gegeben"

Satz drei war dann eine klare Angelegenheit zugunsten des Serben, der nach 3:33 Stunden auch den vierten Satz gewann und ins Halbfinale einzog. "Wir haben beide unser Bestes gegeben. Zeitweise war unser Tennis nicht so gut, wir haben viele unerzwungene Fehler gemacht. Aber das passiert bei einem so physischen Tennis, wie wir es in den ersten zwei Sätzen gespielt haben", erläuterte Djokovic.

Murray machten neben seinen vergebenen Breakchancen, von denen er nur vier von 16 nutzen konnte, am Ende auch körperliche Probleme zu schaffen.

"Meine Hüfte und mein Rücken waren steif. Es hat nicht wehgetan. Ich denke, es war die Müdigkeit und ich habe mich versteift", sagte Murray.

Williams hofft auf weiteren US-Open-Erfolg

Bei den Damen steht Titelverteidigerin Serena Williams nach einem 6:3,6:2-Sieg über die Italienerin Flavia Pennetta im Semifinale. "Sie hat sehr aggressiv gespielt und gut angefangen. Ich musste mich steigern und natürlich will ich noch besser spielen. Hoffentlich kann ich noch zwei Matches gewinnen", sagte die Weltranglisten-Erste. Eine erfolgreiche Titelverteidigung wäre ihr sechster US-Open-Erfolg.

Im Kampf um den Finaleinzug trifft sie am Freitag auf Jekaterina Makarowa. Die Russin schlug Viktoria Asarenka mit 6:4,6:2 und schaffte damit wie Nishikori erstmals den Einzug ins Halbfinale eines Grand Slams. "Ich fühle mich großartig. Endlich bin ich in einem Semifinale", jubelte Makarowa, die wie Williams im gesamten Turnier noch keinen Satz abgeben musste.

Asarenka gibt sich geschlagen

Asarenkas Agent vermeldete auf Twitter, dass die Weißrussin am Dienstag an einer Lebensmittelvergiftung gelitten hätte. Dies sei aber nicht ausschlaggebend für ihr Ausscheiden gewesen, so Asarenka. "Ich möchte keine Entschuldigungen suchen. Sie hat verdient gewonnen. Sie hat heute viel besser gespielt als ich", sagte die 25-jährige Weißrussin. Im zweiten Halbfinale stehen einander Caroline Wozniacki (DEN-10) und Peng Shuai (CHN) einander gegenüber.

Die Tennis-Profis Bob und Mike Bryan sind nur noch einen Schritt vom 100. Titel ihrer Karriere entfernt. Die 36 Jahre alten Zwillingsbrüder aus den USA setzten sich im Halbfinale gegen ihre Landsleute Scott Lipsky und Rajeev Ram mit 6:4,4:6,6:3 durch. In New York streben die Bryan-Brüder ihren 16. Grand-Slam-Titel an.

Finalgegner sind mit den als Nummer elf eingestuften Marcel Granollers/Marc Lopez die Viertelfinal-Bezwinger des Wieners Alexander Peya und des Brasilianers Bruno Soares (2). Die Iberer besiegten in der Vorschlussrunde den Kroaten Ivan Dodig und den Brasilianer Marcelo Melo (4) 6:4,6:4.