Lichtenwörth

Update am 05. November 2016, 11:45

von APA Red

Thiem fix im ATP-Finale - Konkurrenz aus dem Rennen. Die Qualifikation von Dominic Thiem für das ATP-Finale der besten acht Saisonspieler in London ist amtlich.

Thiem ist erst der zweite Österreicher, der es zum Saison-Finale schafft  |  APA

Der Lichtenwörther kann in der Jahreswertung nicht mehr aus den Top-Acht verdrängt werden, mit dem Franzosen Jo-Wilfried Tsonga und dem Tschechen Tomas Berdych verloren am Freitag die beiden letzten noch verbliebenen Gegner des Niederösterreichers im Paris-Viertelfinale.

Erst der zweite Österreicher nach Thomas Muster

Thiem ist als Achter des "Race" damit vom 13. bis 20. November in der O2-Arena von London beim mit 7,5 Mio. Dollar dotierten, großen "Showdown" der ATP dabei. Er ist erst der zweite Österreicher im Einzel nach Thomas Muster, dem dies gelang. Muster war drei Mal (1990, 1995, 1996/Aus jeweils nach den Gruppenspielen) fix dabei und zweimal als Ersatzspieler (1993 und 1997/nur ein Einsatz).

"Ich freue mich natürlich darauf, auch wenn es wahrscheinlich sportlich nicht sehr erfolgreich werden wird. Aber es ist ein super Abschluss für das Jahr", sagte Trainer Günter Bresnik zur APA. Thiem war zuletzt in Wien im Achtelfinale und diese Woche in Paris in der 2. Runde ausgeschieden, weshalb er um die London-Teilnahme noch bangen musste.

Tsonga unterlag am späten Freitagabend in Paris dem schon zuvor für London qualifizierten Kanadier Milos Raonic mit 2:6,6:7(4), Raonic bekommt es damit im Halbfinale des ATP-Masters-1000-Turnier in Paris mit dem Briten Andy Murray zu tun.

Dieser würde mit einem Finaleinzug die Führung in der Weltrangliste von Novak Djokovic übernehmen. Der Serbe verlor sein Viertelfinale gegen den Kroaten Marin Cilic 4:6,6:7(2). Murray warf Berdych aus dem Bewerb.

"Danke auch an Andy und Milos, die mir geholfen haben"

"Ich bin so glücklich, dass ich es nach London geschafft habe, danke auch an Andy und Milos, die mir geholfen haben", wurde Thiem in einer Aussendung der ATP zitiert.

"Es war seit meiner Kindheit ein Traum, mich für die ATP-Finals zu qualifizieren. In den vergangenen zwei Jahren ist es ein Ziel geworden und es in einem so jungen Alter zu erreichen, ist unglaublich, 20 Jahre nach dem bisher einzigen anderen österreichischen Spieler", erklärte Thiem, der der zweite Österreicher nach Thomas Muster (zuletzt 1997) beim Saison-Showdown der ATP im Einzel ist.

"Es wird eine großartige Erfahrung werden, gegen die besten Spieler der Welt anzutreten. Ich freue mich, mit ihnen eine Woche in London zu verbringen", sagte der 23-Jährige. Das Feld könnte internationaler nicht sein, denn mit Thiem sind nun acht verschiedene Nationen vertreten.

Angeführt vom Serben und Weltranglisten-Leader Novak Djokovic sind der Brite Murray, der Schweizer Stan Wawrinka, Kei Nishikori aus Japan, der Kanadier Raonic, der ebenfalls in London debütierende Franzose Gael Monfils und der Kroate Marin Cilic mit von der Partie.

Vorrunden-Gruppen nach McEnroe und Lendl benannt

Gespielt wird im Round-Robin-System in zwei Gruppen, Thiem wird also zumindest drei Gruppenspiele gegen drei Top-Ten-Spieler bekommen. Die jeweiligen Gruppensieger treffen im Halbfinale auf die Zweiten des anderen Pools.

Gegen wen Thiem spielen wird, wird er am Montag ab 16.00 Uhr MEZ erfahren, wenn die Auslosung über die Bühne geht. Die Spieler werden via Skype dabei sein, allerdings erst später anreisen, da die Halle auch erst ab Donnerstag zum Training zur Verfügung steht. Die Gruppe A ist übrigens nach John McEnroe benannt, die Gruppe B nach Ivan Lendl.

Für Thiem bedeutet die Qualifikation die Krönung seiner bisher besten Saison, in der er vor allem in den ersten sechs Monaten für Furore sorgte: Er gewann vier ATP-Turniere auf drei verschiedenen Belägen - in Buenos Aires und Nizza auf Sand, in Acapulco sein erstes Hartplatz-Turnier und in Stuttgart als erster Österreicher überhaupt ein Rasen-Event.

Gesundheitliche Probleme machten Saison zuletzt schwierig

Mit dem Einzug ins Halbfinale der French Open als dritter ÖTV-Spieler nach Muster und Jürgen Melzer spielte sich Thiem erstmals in die Top Ten, in denen er nun auch überwintern wird.

Ab Wimbledon wurde Thiem von gesundheitlichen Problemen zurückgeworfen. Dennoch erreichte er bei den US Open noch das Achtelfinale, in dem er wegen durch Blasen hervorgerufene Knieschmerzen aufgeben musste. In der Folge qualifizierte sich Thiem noch in Metz für sein erstes Endspiel in der Halle, verpasste aber den fünften Saisontitel.

Den Asientrip musste Thiem verkühlt abbrechen, auch in Wien und Paris-Bercy lief es zuletzt nicht nach Wunsch. Thiem kann aber völlig unbelastet in sein erstes Masters gehen. Vor rund 17.000 Zuschauern in der O2-Arena könnte er wieder an seine alte Form anschließen.