Erstellt am 30. August 2016, 21:20

Barbara Haas in erster Runde hauchdünn gescheitert. Sie kämpfte wie eine Löwin, zeigte auf dem Platz eine tolle, positive Körpersprache und beinahe wäre ihr die Sensation gelungen: Barbara Haas musste sich am Dienstag in der ersten Runde der Tennis-US-Open in New York der weit höher eingestuften Ungarin Timea Babos erst nach 2:41 Stunden mit 7:5,3:6,5:7 beugen.

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Die 20-jährige Oberösterreicherin vergab dabei in Satz drei eine 4:0-Führung. "Es ist natürlich ein bitteres Ende und es tut natürlich weh. Ich bin traurig, dass ich es am Ende selbst ein bisserl aus der Hand gegeben habe", meinte die ÖTV-Spielerin nach ihrem Aus. Haas, die mit einem dicken Verband am linken Oberschenkel eingelaufen war, zeigte an diesem Tag, warum sie als große Hoffnung im österreichischen Damen-Tennis gilt. Der zierliche, nur 1,65 m große Schützling von Trainer Jürgen Waber holte im ersten Satz zunächst ein 0:2 und in der Folge sogar ein 2:5 auf und sicherte sich den ersten Satz mit 7:5.

Im zweiten Durchgang gelang der drei Jahre älteren Babos ein Break zum 3:1 und Haas musste bei 1:4 eine medizinische Auszeit nehmen. Ein neuer Verband und auch ein Schmerzmittel halfen der gebürtigen Steyrerin, die sich in der letzten Qualifikationsrunde eine leichte Adduktorenzerrung zugezogen hatte. "Ich habe trotzdem alles gegeben. Es hat mich natürlich ein bisserl beeinflusst, aber ich bin natürlich nicht an der Adduktorenzerrung gescheitert, sondern an mir selbst", wollte Haas die Verletzung keinesfalls als Ausrede gelten lassen.

Zwar ging Satz zwei mit 3:6 verloren, doch Haas erholte sich wieder und verschaffte sich mit Breaks zum 2:0 und 4:0 eine komfortable Führung im Entscheidungssatz. Die Nummer 31 des Turniers steckte aber nicht auf und fightete sich mit Hilfe von Haas, deren Aufschlag nicht nach Wunsch klappte, wieder zum 4:4 zurück. Haas gab aber nicht auf, servierte zum 5:4 und stand dann bei 30:30, Aufschlag Babos, nur zwei Punkte vom großen Erfolg entfernt.

"Da habe ich ein bisschen zu viel riskiert, ich hätte da mehr Rallys mit ihr spielen müssen", gestand Haas, die auf dem Platz von zahlreichen Österreichern lautstark unterstützt wurde. U.a. auch von Sybille Bammer, die ja gemeinsam mit Coach Waber mit Haas trainiert. "Es war echt eine Superstimmung, ich habe es echt genossen", sagte Haas lachend. Mit ihrem insgesamt achten Doppelfehler gab Haas ihr Service aber zum 5:6 ab, danach ließ sich Babos den Sieg nicht mehr nehmen.

Für Haas bleibt dennoch die Erkenntnis, dass sie mit Spielerinnen aus den Top 100, ja Top 35, ausgezeichnet mithalten kann. Schon die Qualifikation im dritten Anlauf bei einem Major war der bisher größte Erfolg der aktuell noch auf Platz 141 stehenden Oberösterreicherin gewesen. Mit einem Preisgeld von 43.300 US-Dollar (38.764 Euro) brutto und einer Bilanz von 3:1-Siegen darf Haas New York aber erhobenen Hauptes verlassen.

"Ich hoffe, dass das jetzt der Anfang war. Das Ziel ist, hier nächstes Jahr im Hauptbewerb zu stehen", sagte Haas, dann freilich ohne Qualifikation. "Die US Open sind natürlich positiv zu bilanzieren. Das ist der größte Erfolg, den die Barbara bis jetzt erreicht hat. Ich bin auch sehr stolz wie sie sich heute präsentiert hat", freute sich ihr Coach Waber, der aber auch enttäuscht war. "Sie wäre die verdiente Siegerin gewesen und hat das Spiel über weite Phasen diktiert."