Erstellt am 18. Januar 2016, 07:34

Thiem in Melbourne in Runde zwei. Dominic Thiem hat sich in der ersten Runde der Australian Open gegen Leonardo Mayer behaupten können.

 |  NOEN, APA (AFP)

Der 22-jährige Niederösterreicher rang den knapp ungesetzten Argentinier Leonardo Mayer nach 3:06 Stunden 6:2,7:6(6),4:6,7:6(0) nieder. Der als Nummer 19 gesetzte Thiem trifft nun erstmals auf Nicolas Almagro (ESP). Für Qualifikantin Tamira Paszek kam gegen Roberta Vinci (ITA-13) hingegen das Aus. Die 25-jährige Paszek, die nach drei glatten Erfolgen die Qualifikation überstanden hatte und so einzige ÖTV-Dame im Einzel-Hauptbewerb war, musste sich der US-Open-Finalistin 2015 nach 71 Minuten mit 4:6,2:6 beugen.

Thiem kämpft um Einzug in die dritte Runde

Für Thiem geht es am Mittwoch bei seinem dritten Antreten beim ersten Major des Jahres um den erstmaligen Einzug in die dritte Runde. Doch zunächst war Thiem einmal froh, dass er bei Temperaturen bis zu 35 Grad die wie erwartet schwierige erste Hürde gemeistert hat. "Das war ein schwieriger erster Gegner, daher bin ich großteils zufrieden mit dem Match. Ein paar Sachen hätte ich gerne anders gemacht", konstatierte der Schützling von Günter Bresnik. Zumal er das Match klarer hätte gestalten können.

Thiem hatte den ersten Satz nach starkem Auftakt schon nach 24 Minuten in der Tasche und stellte in der Folge auch auf 5:3. Dann fand Thiem bei 5:4 insgesamt drei Satzbälle zur klaren 2:0-Satz-Führung vor. "Da serviere ich mit dem Wind auf den Satz, das muss ich nützen, denn das ist gefährlich", übte Thiem Selbstkritik. Es sei ein Unterschied, ob man klar in zwei Sätzen, oder dann eben nur im Tiebreak mit 2:0 führt. Im hart umkämpften ersten Tiebreak behielt Thiem aber die Nerven und nützte seinen insgesamt fünften Satzball.

Obwohl Thiem zunächst auch im dritten Durchgang stärker wirkte, vergab er im vierten Game bei 2:1 drei Breakbälle und musste in der Folge zum 4:5 selbst den Aufschlag abgeben. Mayer hatte das Momentum, holte den Satz und fand im ersten Game des vierten Satzes bei 0:40 gleich drei Breakbälle vor. "Da war ich kurz in Gefahr, dass es mir komplett aus der Hand gleitet, aber das habe ich zum Glück abwenden können", gestand Thiem, der dann aber selbst ein Break zum 2:0 schaffte und in der Folge schon 5:2 führte.

Mayer steckte nicht auf

Mayer steckte aber nicht auf und schaffte noch das 5:5. Dabei war Thiem bei 5:3 nur zwei Punkte vom Sieg entfernt gewesen, musste aber erneut - wie schon im zweiten Satz - seinen Aufschlag in der Entscheidung abgeben. "Ich habe ab dem vierten Satz die ganze Zeit das Gefühl gehabt, dass irgendwas passieren kann", erklärte der Lichtenwörther. Ein ausgezeichnetes Tiebreak verhinderte den möglichen fünften Satz. "Ich bin froh, dass ich eines meiner besten Tiebreaks gespielt habe."

Die Bilanz Thiems: "Es war ein ganz gutes Match und ein guter Sieg zum Anfang." Thiem hat "down under" freilich noch mehr vor. Denn das Erreichen der zweiten Runde eines Majors ist für eine Nummer 20 der Welt natürlich nicht das Ziel. "Ich hoffe natürlich, dass ich weiter komme. Almagro ist ein Spieler mit extremer Erfahrung. Er ist zum Glück nicht mehr der, der er war", sagte Thiem über den früheren Weltranglisten-Neunten. Der 30-jährige Spanier liegt nun auf Platz 73 - Thiem geht als Favorit in das Match.

"Ich werde alles geben, dass ich weiter komme als in die zweite Runde", versprach der Niederösterreicher, der übrigens von seiner zuletzt aufgetretenen Blase auf dem Fuß nichts mehr spürte. Trotz des Halbfinales in Brisbane wollte er sich erst jetzt einen geglückten Saisonstart attestieren. "Jetzt habe ich wirklich einen schweren Erstrundengegner besiegt." Im Vorjahr war Thiem ja schon in Runde eins in Melbourne ausgeschieden.

Turnier-Aus für Paszek

Für Paszek ist das Turnier hingegen vorüber, im Doppel spielt sie nicht. Doch sie kann sich nach dem Halbfinale in Auckland, das sie aus der Qualifikation heraus erreichte hatte, und der überstandenen Ausscheidung in Melbourne über ihren besten Saisonstart seit vielen Jahren freuen.

Vinci war an diesem Tag aber eine Spur zu stark. Die US-Open-Finalistin und Weltranglisten-15. war auch klare Favoritin gewesen. "Ich finde, ich habe das Match gar nicht so schlecht begonnen, habe mit Break geführt. Sie hat extrem solide gespielt und war schlussendlich die bessere Spielerin", erklärte Paszek nach dem Aus. Ein unglücklicher Linienball bei 4:4, 15:40 und insgesamt drei Breakbälle zum 5:4 blieben ungenützt, danach nützte Vinci im zehnten Game gleich den ersten Break- und Satzball.

"Im zweiten Satz hat sie unglaublich gespielt und ich habe leider nicht mehr zu meinem Spiel gefunden", stellte Paszek fest. Dennoch sei sie sehr positiv ins Jahr gestartet. "Ich freue mich auf den Rest der Saison." Nächste Turniereinsätze sind die Qualifikation in St. Petersburg, Dubai, Indian Wells, Miami sowie der Fed Cup.