Erstellt am 14. Mai 2016, 06:25

Thiem unterlag Nishikori im Rom-Viertelfinale 3:6,5:7. Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem muss auf sein erstes Halbfinale bei einem Masters-1000-Turnier noch warten.

 |  NOEN, APA (AFP)

Am Freitag klappte es auch bei seiner zweiten Chance darauf nicht, im Rom-Viertelfinale unterlag er dem Japaner Kei Nishikori nach 1:39 Stunden 3:6,5:7. Im Head-to-Head gegen den Weltranglisten-Sechsten liegt Thiem nun 0:2 zurück. Nächste Woche geht es in Nizza um die Titelverteidigung.

Thiem zeigte aber am Tag nach seinem Achtelfinal-Erfolg gegen den Schweizer Roger Federer auch gegen einen weiteren Top-Ten-Mann, dass er auf diesem Niveau mittlerweile mehr als nur mithalten kann. Auch wenn er durch diese Niederlage den Sprung zurück auf sein Karriere-Hoch von Platz 13 verfehlte und am Montag weiter als Weltranglisten-15. geführt werden wird - mit nur 295 Punkten Rückstand auf Platz zehn scheint das Aufrücken in diesen elitären Kreis nur eine Frage der Zeit.

Im zweiten Duell mit Nishikori nach einer Zweisatz-Niederlage im vergangenen Juni in Halle auf Rasen legte Thiem erfrischend los und nahm seinem 26-jährigen Gegner mit der ersten Chance dessen zweites Service-Game ab. Nach einer 3:1-Führung riss der Faden beim Niederösterreicher aber, er "über-powerte" viele Bälle und ließ so manches Mal die Präzision vermissen. Zu viele unerzwungene Fehler erlaubten es Nishikori, fünf Games en suite und damit auch den ersten Satz zu gewinnen.

"Es war nicht mein allerbestes Match"

Im zweiten Durchgang zeigte Österreichs Nummer eins Kämpferqualitäten. Als Aufschläger steckte er zunächst in 0:30 weg und wehrte bis zum 3:2 gleich fünf Breakbälle Nishikoris ab. Der genehmigte sich bei einem 2:3-Rückstand ein "Medical Time-out", fand aber schnell wieder ins Match und bei 5:5 als Rückschläger einen 40:0-Vorteil vor. Der Asiate nutzte gleich die erste Chance zum einzigen Break im zweiten Satz und servierte danach aus, wobei Thiem noch eine Chance auf das Rebreak vorfand.

"Es war nicht mein allerbestes Match. Von daher ist er völlig verdient als Sieger vom Platz zu gehen", resümierte Dominic Thiem nach der Niederlage selbstkritisch. "Das hat sich einfach durch das ganze Match gezogen, zu viele leichte Fehler. Da habe ich einfach nicht das Tempo mit ihm gehen können von der Grundlinie aus verschiedenen Gründen. Daher war es einfach viel zu wenig."

Mit dem Abschneiden beim Turnier an sich war der 22-Jährige aber nicht unzufrieden. "Das war mein zweites Viertelfinale bei einem Masters-Turnier, also war die Woche schon positiv", bilanzierte Thiem. "Einen Federer schlägt man auch nicht alle Tage. Jetzt heißt es nach Nizza, viel trainieren, damit ich wieder meine Form finde und hoffe, dass ich in Paris wieder gut spiele."

Nächstes Ziel: Nizza

Das Duell mit Nishikori war das heuer bereits achte Match Thiems gegen einen Top-Ten-Spieler, die Bilanz steht bei drei Siegen und fünf Niederlagen. Außer am Donnerstag gegen Federer hat der Lichtenwörther im Februar in Buenos Aires auch gegen Rafael Nadal und in Rio de Janeiro gegen dessen spanischen Landsmann David Ferrer gewonnen. Mit zwölf Matches in der europäischen Sandplatzsaison ist er nur noch drei Partien vom Pensum entfernt, auf das Coach Günter Bresnik vor den French Open gehofft hatte.

Um diese 15 Matches zu erreichen, müsste Thiem in Nizza zumindest ins Halbfinale kommen. Nach einem Auftakt-Freilos wird er im Achtelfinale auf den Sieger der Partie zwischen dem Tschechen Jiri Vesely und dem Argentinier Leonardo Mayer treffen. In Rom spielt Nishikori am Samstagabend gegen den topgesetzten Serben Novak Djokovic um das Finale, schon davor bekommt es der Schotte Andy Murray (2) mit dem französischen "Lucky Loser" Lucas Pouille zu tun.