Erstellt am 25. Juli 2015, 20:40

von Alexander Wastl

Admira erkämpft zu zehnt Remis. Die Südstädter trotzten favorisierten Grazern in Unterzahl ein 1:1 beim Auftaktspiel ab.

Michael Madl (Sturm /links) und Markus Lackner (Admira) während der tipico Bundesliga- Begegnung zwischen SK Puntigamer Sturm Graz und Admira Wacker Mödling am Samstag, 25. Juli 2015, in Graz.  |  NOEN, ERWIN SCHERIAU (APA)
Im gewohnten 4-1-4-1-System startete die Admira in die neue Bundesliga-Saison. Neuzugang Dominik Starkl konnte als Solospitze nach seinem Kahnbeinbruch mit einer speziellen Schiene beginnen, in der Innenverteidigung spielten Markus Wostry und Stephan Zwierschitz. Kapitän Christoph Schößwendter war nach einer Grippe noch nicht fit. Soviel zur Aufstellung, das Spiel legten die Südstädter, der eigenen Rolle gerecht werdend, defensiv an.

Schnelle Gegenstöße sollten die Grazer in die Bredouille bringen. Den ersten Torschuss verzeichneten aber die Gastgeber, als Avdijaj (10.) Siebenhandl mit einem Flachschuss testete. Nach zwanzig Minuten zündete Starkl erstmals seinen „Turbo“, Sturms Kamavuaka ließ den Ex-Rapidler aber auflaufen. Der Pfiff von Schiedsrichter Ouschan blieb jedoch aus.

Neuzugang bringt Admira in Führung

Das Spiel plätscherte dahin, die Hausherren hatten mehr Anteile, wirkliche Torgefahr resultierte daraus aber nicht. Die Admira hingegen stand zu tief, Balleroberungen am eigenen Sechzehner wurden spätestens auf der Mittellinie wieder hergegeben. Dann packte Rene Schicker (30.) plötzlich die Zauberschuhe aus und ließ nach Lackner-Pass die komplette Sturm-Abwehr alt aussehen. Dann wollte es „Chicha“ ganz fein zu Ende bringen, setzte einen Heber jedoch knapp neben das Tor.

Die Admira wurde mutiger und auch gefährlicher. Wostry (34.) hatte nach Ecke die nächste große Möglichkeit am Kopf. Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff herrschte dann Totenstille in der UPC-Arena. Warum? Die Admira ging in Führung! Starkl nimmt eine Schicker-Flanke technisch perfekt an und trifft volley aus der Drehung zum 1:0.

Admira muss sich Druck beugen

Die Pausenführung der Südstädter war nach den vorhergehenden Topchancen keineswegs mehr unverdient. Sturm ließ zwar den Ball laufen, strahlte aber keine Gefahr aus. Nach Wiederanpfiff wurde es aber gleich brenzlig für die Admira: Ex Wiener Neustädter Dobras (48.) knallt einen Stanglplass neben das Gehäuse. Es zeichnete sich eine harte zweite Hälfte für die Mödlinger ab, Graz machte fortan mehr Dampf und spielte zielstrebiger.

Nach 55 Minuten war es dann soweit: Sturms Tadic schließt eine Potzmann-Flanke per Kopf zum Ausgleich ab. Sieben Minuten später knallte der Kroate einen Ball an die Latte des Admira Kasten. Doch auch die Südstädter kamen zu ihren Entlastungsangriffen, trafen dabei aber oftmals die falsche Entscheidung. Eldis Bajrami (65.) vergab die dickste Möglichkeit und verfehlte aus sechs Metern das gegnerische Tor.

Starkl geht, Remis gerettet

Dann kam's bitter für die Mödlinger: Starkl legte sich den Ball zu weit vor, grätschte übermütig nach und sah zurecht Gelb/Rot (67.). Für die Admira hieß es nun: „Jetzt erst recht“. Die Mannschaft des Trainer-Duos Lederer/Baumeister kämpfte wie Löwen. Sturm fand kaum Wege durch die gut organisierten Abwehrreihen, lediglich bei Standards blieben die „Schwarz-Weißen“ stets brandgefährlich. Gegen Schluss nahm Ouedraogo sogar die Position von Lackner – dem die Puste ausging – im defensiven Mittelfeld ein.

Referee Ouschan ließ insgesamt sieben Minuten nachspielen, aber nicht einmal die „Überstunden“ konnten die Admira um die Früchte ihrer aufopferungsvollen Arbeit bringen. Die Südstädter retteten das 1:1 mit den allerletzten Kraftreserven über die Runden.

Stimmen zum Spiel

Markus Lackner (FC Admira Wacker Mödling): "Ich schaff es geradenoch in den Bus einzusteigen. Die Leidenschaft kann uns heute keiner absprechen, den Punkt nehmen wir mit. Viel mehr war heute nach dem Ausschluss nicht mehr drin."

SK STURM GRAZ - FC ADMIRA WACKER MÖDLING 1:1 (0:1).

Tore: 0:1 Starkl (45.), 1:1 (55.) Tadic.
Gelb/Rote Karte: Starkl (67., Foul).
Gelbe Karten: Offenbacher (5., Unsportlichkeit), Piesinger (37., Foul), Dobras (39., Unsportlichkeit), Lackner (51., Foul), Starkl (59., Foul), Wessely (80., Foul).
Sturm: Esser; Potzmann - Kamavuaka - Madl - Klem; Offenbacher - Piesinger; Schick - Avdijaj (58., Kienast) – Dobras (68., Schmerböck); Tadic.
Admira: Siebenhandl; Ebner - Wostry- Zwierschitz - Wessely; Lackner; Grozurek (57., Ouedraogo)  -Malicsek (66., Blutsch) - Schicker (70., Toth) - Bajrami, Starkl.
UPC-Arena, 8600.- Schiedsrichter Ouschan.