Erstellt am 21. Februar 2015, 20:43

von Fritz Hauke

Verrücktes 3:3 mit Hellquist-Doppelpack. Der SC Wiener Neustadt geht mit 2:0-Führung, gerät 3:2 in Rückstand - und rettet doch noch einen Punkt.

 |  NOEN, APA/ERWIN SCHERIAU

Wechselbad der Gefühle beim SC Wiener Neustadt: Beim "Lieblingsgegner" Sturm Graz sieht alles lang nach einer blau-weißen Überraschung aus. Philip Hellquist, Wiener Neustadts schwedische Neuverpflichtung, erwischt einen Top-Tag. Der große Lohn blieb aus. Endstand 3:3.
 
Mit der ersten Offensivaktion bringt Hellquist die Neustädter in Führung. Herbert Rauter mit dem Ballgewinn im Mittelfeld, dann der gute Ball auf Lukas Denner - und der Außenverteidiger bedient seinen Torjäger. Wiener Neustadt legt nach: Sturm Graz' Abseitsfalle schlug fehl, Dobras tauchte alleine vor Gratzei auf. Sein Schuss verfehlte um Zentimeter die Stange.

Effizienz hatte einen Namen

Sturm Graz antwortete - doch Vollnhofer war auf dem Posten. Der Lokalmatador im Neustädter Kasten hielt seinen SC den Rücken frei. Bei einem Lattenschuss von Stankovic (23.) rettete das Aluminium. Das Spiel bringt einige Top-Szenen auf beiden Seiten, Effizienz hatte aber im Durchgang eins aber vor allem einen Namen: Philip Hellquist. Der Schwede setzt sich im Laufduell gegen seinen Gegenspieler, Ex-Neustadt-Jugendspieler Lukas Spendlhofer, und schließt staubig ins Eck ab - 2:0 (36.).
 
Pech: Hellquist hatte vor dem Seitenwechsel den Hattrick vor der Nase. Doch sein Freistoß verfehlt nur knapp das Tor.
 
In Durchgang zwei ein anderes Bild. Während Sturm Graz in der ersten Hälfte fast nicht anwesend war, zeigten sie in Durchgang zwei ein neues Gesicht. Die Neustädter sahen sich einem Gegner ausgesetzt, der plötzlich einen unglaublichen Siegeswillen an den Tag legte. Nach knapp fünf Minuten war es dann leider so weit: Sturms Roman Kienast nahm sich am Sechzehner ein Herz, für Vollnhofer blieb keine Abwehrchance.

"Am Ende ein verdienter Punkt"

Wiener Neustadt geschockt, Sturm Graz entfesselt. Die Gegenwehr des SC bröckelt, und dann das: Michael Madl bedankt sich bei Freistoß-Schützen Schick mit einem Treffer für die Vorarbeit, 2:2 (58.). Die Grazer drücken weiter, bringen aber den Ball nicht im Kasten unter. Zehn Minuten vor Schluss schien Wiener Neustadt die Partie wieder im Griff zu haben, dann der nächste Schock: Der eingewechselte Avdijaj bedient Ehrenreich, der knallt aus kurzer Distanz Vollnhofer aus dem Tor.
 
Doch die Wiener Neustädter beweisen Moral - und werden belohnt: Dominic Hofbauer lässt aus knapp 20 Meter mit einem Traum-Volley Gratzei keine Chance. Graz wollte sich den Sieg noch zurückholen, es blieb beim 3:3.
 
Dominic Hofbauer zum Spiel: "Am Ende doch ein verdienter Punkt, da wir vor allem in der ersten Halbzeit sehr effizient gespielt haben. Bei meinem Tor habe ich mich einfach darauf konzentriert, den Ball schön zu treffen."


 

Stimmen zum Spiel

"In der ersten Hälfte hatten wir viele Torchancen, die man einfach nützen muss. Aus drei Chancen der Neustädter sind zwei Tore gefallen. Im Umschaltspiel nach Ballverlust haben wir uns sehr schlecht verhalten. Nach der 3:2-Führung darf man dieses Gegentor nicht mehr bekommen, da muss man mit Haut und Haar verteidigen. Mit dem Eintausch von Roman Kienast wollte ich neue Akzente setzen. Insgesamt kann ich nicht zufrieden sein, solche Kontertore darf man nicht bekommen, wenn man international spielen will. Wir haben noch 16 Endspiele für einen Europacupplatz." Franco Foda (Sturm-Trainer)

"Wir haben in der ersten Hälfte sehr effektiv nach Ballgewinn gespielt. In der zweiten hätten wir uns in der Anfangsphase besser bewähren müssen. Das 2:2 war ein Schock für die Mannschaft. Am Ende ein Kompliment an sie, da war einiges, worauf wir aufbauen können. Hellquist hat sich so präsentiert, wir wir ihn im Training erlebt haben." Helgi Kolvidsson (Wr. Neustadt-Trainer)

"Zufrieden oder enttäuscht? Das ist eine gute Frage. Mein Tor freut mich persönlich, aber es ist ärgerlich, wenn man dann noch den Ausgleich erhält, auch wenn es ein wunderschönes Tor war." Roman Kienast (Torschütze Sturm)

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