Erstellt am 20. Mai 2015, 23:13

von Fritz Hauke

Wiener Neustadt legt Wolfsberg an die Kette. Der SC Wiener Neustadt erfüllt im Abstiegskampf seinen Part: Ein souveränes 2:0 gegen Wolfsberg hält die Kolvidsson-Mannen weiter im Rennen.

(v.l.), Dario Baldauf (WAC), Reinhold Ranftl (Wr. Neustadt) am Mittwoch, 20. Mai 2015, während der Bundesliga Begegnung zwischen SC Wiener Neustadt und RZ Pellets WAC in Wiener Neustadt.  |  NOEN, HANS PUNZ (APA)

Fünf Heimspiele gegen Wolfsberg in der Bundesliga, vier Siege. Mit dieser traumhaften Statistik ging Wiener Neustadt ins Spiel gegen den WAC. Und gleich zu Beginn war das Selbstvertrauen der Gastgeber spürbar. Der SC biss sich am Sechzehner der Wölfe fest, kam in der Anfangsphase immer wieder zu guten Szenen. Trainer Helgi Kolvidsson hatte im Vergleich zur Admira-Partie umgestellt: Hofbauer rückte eine Position für Dobras vor auf den Flügel, Freitag kam als „Sechser“ in die Mannschaft. Der Wechsel machte sich bezahlt: Hofbauer machte über die Außen ordentlich betrieb, Freitag hatte über weite Strecken das Mittelfeld im Griff.

Aus der Distanz versuchte Reinhold Ranftl sein Glück – es fehlte nicht viel. Der erste Hochkaräter dann nach 18 Minuten nach einem Eckball kam der Ball zu Susac, der mit dem Auge für Rauter – doch der WAC-Goalie Dobnik beim Schuss des Neustädters auf dem Posten. Pech für Neustadt: Sereinig wird im Strafraum niedergerungen, doch statt dem Elfer- gab's einen Abseitspfiff. Der Video-Beweis sagt: Fehlentscheidung!

Wiener Neustadt kam in dieser Phase der Partie dem 1:0 immer näher. Allerdings fehlte das nötige Quäntchen Glück im Abschluss. Ranftl schlägt in aussichtsreicher Position ein Luftloch am Sechzehner, Daniel Maderner mit dem Rücken zum Tor zu umständlich, Conor O'Brien ohne die nötige Power bei seinen Distanzschüssen. Durch die Offensivbemühungen war Wiener Neustadt immer wieder anfällig auf Konter.

Leistung mit Schuss ins kurze Eck gekrönt

Kurz vor der Pause flachte die Partie ab, Wiener Neustadt nahm das Tempo aus der Partie – um mit langen Bällen aus der eigenen Hälfte für Gefahr zu sorgen. Bei Maderner funktionierte die Wolfsberger Abseitsfalle noch, bei Herbert Rauter blieb die Fahne des Assistenten unten. Allerdings brachte Rauter die Kugel nicht unter Kontrolle, er wäre alleine im WAC-Strafraum aufgetaucht.

Und dann endlich der verdiente Lohn: Hoher Ball auf Maderner der „scherzelt“ den Ball weiter, genau in den Lauf von Dominik Hofbauer und der krönt seine starke Leistung in Durchgang eins mit einem satten Schuss ins kurze Eck.

Kalt-nasser Start in die zweite Halbzeit. Erstes Abtasten, bis Wiener Neustadt wieder die Zügel anzog. Allerdings wurde eine gute Drei-gegen-drei-Situation leichtfertig verschenkt. Wahren die Wolfsberger in der ersten Halbzeit ein Schatten ihrer selbst, kamen sie nach dem Seitenwechsel stärker ins Spiel. Vollnhofer musste aus kurzer Distanz gegen Trdina retten. Sereinig blockt einen Standfest-Stangler – es wird enger. Ein Jacobo-Schuss wenige Minuten später landete im Außennetz.

Wolfsberg zahnlos gegen Wiener Neustadt

Doch die Wiener Neustädter hatten die perfekte Antwort. Konter, Lochpass – und Ranftl umkurvt den herausgeeilten Dobnik, Standfest kann ihn nur kurz auf die Seite abdrängen. Ranftl lupft die Kugel im Stile eines Top-Torjägers ins lange Eck. Das Wiener Neustädter Stadion, seit gestern 60 Jahre jung, in seinen Grundfesten erschüttert. 2:0, die Vorentscheidung.

Wolfsberg verhalten, Wolfsberg zahnlos. Wiener Neustadt dem dritten Tor näher als der WAC dem Anschlusstreffer. Luki Denner (80.) im Eins-gegen-eins in abgeklärt genug, Mark Prettenthalers Schuss schlug knapp neben dem langen Eck ein (81.). Auf der anderen Seite doch noch ein Wolfsberger Lebenszeichen: Joachim Standfest ließ aus kurzer Distanz aus. Erneut versemmelte Denner den Ball erneut. 2:0 – ein wichtiger Sieg für Wiener Neustadt. Vor allem, weil die Admira zeitgleich gegen die Austria mit 1:0 gewann.

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Stimmen zum Spiel

Thomas Vollnhofer (Wiener Neustadt, Tormann): „Wir haben genau so gespielt, wie wir uns das vorgenommen. Vielleicht hätten wir uns in der ersten Halbzeit noch früher belohnen müssen. Das Tor vor der Pause war ideal. Wir sind froh über den Sieg, haben unseren Teil erledigt. Was bei der Admira passiert, können wir eh nicht beeinflussen.“

Helgi Kolvidsson (Wiener Neustadt, Trainer): „Kompliment an die Mannschaft, sie hat genau das gemacht, was wir uns vorgestellt haben. Wir sind kompakt gestanden, natürlich hat es uns in die Karten gespielt, dass wir vor der Pause das 1:0 gemacht haben. Wir haben mit Dobras einen offensiv-starken Spieler auf der Bank gelassen, um die körperlich-präsenteren Spieler am Feld zu haben. Für uns wird es nicht leichter, ich glaube nicht, dass Rapid gegen uns irgendwas locker machen wird.“

Dietmar Kühbauer (Wolfsberg, Trainer): „Wir haben das Spiel schon mit dem Anpfiff verloren. Wir haben in der ersten Halbzeit ein Spiel gemacht, das einer Bundesliga-Mannschaft nicht würdig ist. Sehr, sehr enttäuschend, was die Mannschaft gezeigt hat. Das war einfach zu wenig. Wiener Neustadt wollte den Sieg einfach mehr als wir, deswegen haben sie den Sieg verdient. Wir gehen als verdienter Verlierer vom Platz.“