Erstellt am 30. September 2016, 19:16

von APA Red

Doppelter Freispruch nach Tod von Pensionistin. Der Prozess wegen Mordes gegen einen 61-jährigen Tiroler und dessen Sohn im Fall einer 2007 getöteten Pensionistin ist am Freitag am Landesgericht Innsbruck mit einem Freispruch der beiden Angeklagten zu Ende gegangen.

Die beiden Verdächtigen sind frei  |  APA (Archiv)

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, die 68-jährige Pensionistin in ihrer Wohnung mit einem Polster erstickt zu haben. 

Die Geschworenen stimmten vier zu vier. "Das ist der denkbar knappste Ausgang", kommentierte Richter Josef Geisler den Wahrspruch der Geschworenen. In diesem Fall sei die für die Angeklagten günstigere Variante zu wählen, also ein Freispruch.

Beide Angeklagte hatten sich am ersten Verhandlungstag nicht schuldig bekannt. Das Urteil ist rechtskräftig, die Staatsanwältin meldete Rechtsmittelverzicht an.

DNA in Wohnung gefunden worden

Sowohl die DNA des Vaters als auch die des 30-jährigen Sohnes waren laut Staatsanwaltschaft in der Wohnung und im Auto des Opfers gefunden worden. Außerdem konnten die Ermittler Fingerabdrücke des Vaters im Badezimmer der Frau sicherstellen.

Der 61-Jährige erklärte sich die Spuren durch Handwerksarbeiten, die er gemeinsam mit seinem Sohn in der Wohnung des Opfers durchgeführt hatte.

Während Staatsanwältin Adelheid Steiner die beiden Angeklagten durch ein DNA-Gutachten belastet sah, meinte deren Verteidiger Markus Abwerzger in seinem Schlussplädoyer, dass das Beweisverfahren "nichts ergeben" hätte.

"Geschehnisse weiter im Dunkeln"

"Für mich bleiben die Geschehnisse weiter im Dunkeln", hatte er sein Schlussplädoyer begonnen. Die Täterschaft der Beschuldigten sei alles andere als erwiesen.

Gerichtsmediziner Walter Rabl hatte am ersten Verhandlungstag in seinem Gutachten Erstickung als Todesursache ausgewiesen. Zusätzlich sei die Frau jedoch noch vor dem Eintritt des Todes mit einem "kräftigen Griff" gewürgt worden.

Dies würden ein Bruch des Zungenbeins und entsprechende Einblutungen beweisen. Eine Reihe an zusätzlichen Verletzungen würde zudem zeigen, dass sich das Opfer noch zur Wehr gesetzt habe.

Überfall lieferte Hinweise

Die Ermittler der Spurensicherung des LKA stellten damals an die 90 DNA-Fragmente in der Wohnung und im Auto der Pensionistin sicher. Die Spuren lieferten jedoch zunächst keinen Treffer. Erst nachdem der Erstangeklagte gemeinsam mit seinem Sohn 2014 einen Geldtransporter überfallen hatte und deswegen festgenommen worden war, habe man den beiden einige der gefundenen Spuren zuordnen können.