Erstellt am 28. Februar 2016, 15:37

Tiroler wählen Ortsparlamente und Bürgermeister. In 277 der 279 Tiroler Gemeinden sind am Sonntag die Weichen neu gestellt worden: 489.721 Wahlberechtigte entschieden nicht nur über die Zusammensetzung der Ortsparlamente, sondern wählten auch den Bürgermeister direkt.

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Falls kein Kandidat im ersten Anlauf eine absolute Mehrheit schafft, erfolgt 14 Tage später (13. März) eine Bürgermeisterstichwahl.

Die landesweit 591 Wahllokale öffneten bis 8.00 Uhr ihre Pforten. Während in einigen Kleingemeinden die Stimmabgabe nur am Vormittag möglich war, konnte in den größeren auch am Nachmittag gewählt werden.

In den bevölkerungsreichen Gemeinden und in den Bezirkshauptstädten endeten die Wahlmöglichkeiten um 15.00 bzw. 16.00 Uhr. Den Schlusspunkt setzt Scheffau am Wilden Kaiser (Bezirk Kufstein), wo bis 17.00 Uhr abgestimmt werden kann.

Ex-FPÖ-Landesparteiobmann und Bürgermeister Gerald Hauser hat indes nicht auf Anhieb die Titelverteidigung in seiner Heimatgemeinde St. Jakob in Defereggen geschafft. Hauser kam auf 37,07 Prozent. Damit muss der Ex-FPÖ-Chef am 13. März in die Stichwahl gegen den ÖVP-nahen Ingo Hafele, der 32,07 Prozent erreichte. 2010 hatte Hauser 50,36 Prozent.

Mit seiner Liste "Wir mit Gerald Hauser" kam der Nationalratsabgeordnete auf 33,54 Prozent und landete damit hinter Hafeles Gruppierung "Für St. Jakob". Diese konnte 38,15 Prozent der Wähler hinter sich versammeln. Der frühere ÖVP-Bürgermeister Hubert Jesacher, der erneut kandidierte, fuhr in der Bürgermeisterdirektwahl 30,86 Prozent ein. Hauser ist der derzeit einzige blaue Bürgermeister Tirols.

In der Landeshauptstadt Innsbruck stehen Gemeinderatswahlen planmäßig erst wieder im Jahr 2018 an. In Gramais (Bezirk Reutte), der kleinsten Gemeinde Österreichs, bleiben vorerst sowohl der amtierende Bürgermeister als auch der aktuelle Gemeinderat im Amt, weil weder ein Bürgermeisterkandidat noch eine Gemeinderatswahlliste gefunden werden konnte.

Insgesamt ritterten 18.436 Kandidaten um 3.689 zu vergebende Mandate. Für die Tiroler Volkspartei, die derzeit 234 Bürgermeister stellt, galt es, ihre Vormachtstellung auf Gemeindeebene zu behaupten. Die SPÖ verteidigte 25 Bürgermeistersitze, die FPÖ einen. Die Grünen wollten die Anzahl ihrer Gemeinderäte von derzeit 43 auf 65 steigern. Gesamtergebnis wird es keines geben, da die Wahlbehörde keines berechnet.