Erstellt am 08. Juli 2015, 13:20

Tödlicher Beziehungsstreit im Pongau. Mordalarm hat es am Mittwoch in der Früh in einem Hotel im Bezirk St. Johann im Pongau gegeben: Ersten Informationen der Polizei zufolge hat der 65-jährige Senior-Wirt des Betriebs auf seine Ehefrau mit einem Fleischermesser mehrmals eingestochen.

 |  NOEN, APA (Webpic)

Die 58-Jährige konnte noch die Polizei alarmieren. Sie ist ihren Verletzungen aber noch vor dem Eintreffen der Beamten erlegen.

Das Motiv war vorerst unklar. Der Tat ist offenbar ein Beziehungsstreit vorausgegangen. Kurz vor 8.00 Uhr eskalierte die Auseinandersetzung in einem Durchgang des Hotels, der zu einem Nebengebäude führte. Die Ehefrau habe zur Tatzeit über ein mobiles Telefon die Polizei angerufen und geschildert, dass ihr Mann völlig aufgebracht sei, sagte Polizei-Sprecherin Eva Wenzl. Bereits wenige Minuten nach dem Telefonat trafen die Beamten am Tatort ein. Doch die Frau war bereits tot.

"Der Mann hat auf das Eintreffen der Polizei gewartet. Er war ganz ruhig und ließ sich widerstandslos festnehmen", schilderte die Polizei-Sprecherin. Der Verdächtige wurde zur Einvernahme auf die nächstgelegene Polizeiinspektion gebracht. "Die Ermittlungen laufen. Die Tatortarbeit ist derzeit im Gange", sagte Wenzl.

Der 65-Jährige war zur Tatzeit betrunken. Er hatte rund 1,5 Promille Alkohol im Blut. Das Fleischermesser hat eine Gesamtlänge von 75 Zentimetern, die Klinge ist 30 Zentimeter lang. Das massive Messer wurde am Tatort sichergestellt.

Das Ehepaar war schon mehrmals in Streit geraten, offenbar auch wegen der Alkoholprobleme des 65-Jährigen. Laut Polizei ist bisher bekannt, dass sich der Mann ab und zu zwar aggressiv, aber nicht gewaltbereit verhalten habe. Im Jahr 2012 wurde gegen den Pongauer eine Wegweisung wegen gefährlicher Drohung gegenüber seiner Ehefrau ausgesprochen. Der Mann war damals laut Polizei aber nicht handgreiflich geworden. "Er ist nicht als Gewalttäter bekannt", erklärte Wenzl.

Augenzeugen der Tat gab es offenbar nicht, allerdings sollen die Rezeptionistin und weitere Hotelangestellte den Streit in dem Durchgang von der Hotelküche zur ehemaligen Metzgerei akustisch wahrgenommen haben. Bei dem Ehepaar handelt es sich um Einheimische. Die beiden haben seit rund zehn Jahren in dem Gastronomiebetrieb gearbeitet und auch in dem Hotelgebäude gewohnt. Mittlerweile hat der Sohn das Hotel übernommen.

Die getötete Seniorwirtin soll bis zuletzt im Betrieb mitgeholfen und die Familie sehr unterstützt haben. Angehörige wurden nach der Bluttat vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut.