Erstellt am 09. Mai 2014, 12:45

Tote bei Kämpfen in Mariupol. Bei Kämpfen in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind laut Medienberichten mehrere Menschen getötet worden.

Die ukrainische Nachrichten-Website "Insider" berichtete am Freitag von acht getöteten pro-russischen Kämpfern in der Stadt im Südosten des Landes. Indes haben die örtlichen Behörden vor den Volksbefragungen in der Ostukraine über eine Abspaltung ihre Machtlosigkeit eingeräumt.

Örtliche Medien berichteten am Freitag von Schüssen im Zentrum der südostukrainischen Großstadt mit mehr als 450 000 Einwohnern nahe der Grenze zu Russland. Ein Führungsmitglied der moskautreuen "Selbstverteidigungskräfte" sagte, mehrere Aktivisten seien verletzt worden.

Zu den Auseinandersetzungen sei es nach den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Hitler-Deutschland gekommen, sagte der Sprecher. Eine Menschenmenge sei zu einer von Separatisten besetzten und von Sicherheitseinheiten belagerten Polizeistation gezogen. Daraufhin hätten die Einsatzkräfte das Feuer eröffnet. Eine unabhängige Bestätigung lag zunächst nicht vor. Die ukrainische Führung hatte vor Provokationen anlässlich des Feiertags gewarnt.

Ausländische Saboteure sorgten unterdessen nach Darstellung des ukrainischen Geheimdienstes SBU in der Nacht auf Freitag für einen mehrstündigen Sendeausfall beim staatlichen Fernsehen. Kiew TV blieb aufgrund eines Kabelbrandes außerhalb des Turms ohne Strom, ukrainische Behörden stuften diesen als verdächtig ein. Der Brand konnte rasch unter Kontrolle gebracht werden. Jedoch gingen die Meinungen bei Verantwortlichen auseinander, ob es sich um einen Sabotage-Akt oder einen Kurzschluss handle. Das Fernsehzentrum wird derzeit von Generatoren versorgt, sagte das Katastrophenschutzministerium in einer Erklärung.

Es gebe nicht genügend Einsatzkräfte, um das Referendum der moskautreuen Kräfte an diesem Sonntag (11. Mai) zu verhindern, teilte das Bürgermeisteramt der Großstadt Donezk am Freitag mit. Aus Sicherheitsgründen solle nicht versucht werden, die Separatisten von der Einrichtung von "Wahlbüros" etwa in Schulen abzuhalten. Die offiziellen Vertreter des russisch geprägten Gebiets lehnen das Referendum als illegal ab. Allerdings sympathisieren auch Polizisten mit den prorussischen Aktivisten.