Erstellt am 06. August 2014, 12:38

von APA/Red

Tote bei Luftwaffenangriff auf Donezk. Die ukrainische Luftwaffe hat in der Nacht auf Mittwoch erstmals die Rebellenhochburg Donezk im Osten des Landes angegriffen.

Dabei sollen mindestens drei Zivilisten ums Leben gekommen sein. In mehreren Ortsteilen wurde danach weiter gekämpft. Unterdessen warnt die NATO vor einem möglichen Einmarsch Russlands im Osten der Ukraine.

Rund 20.000 russische Soldaten im Grenzgebiet stationiert

Russland habe rund 20.000 Soldaten im Grenzgebiet stationiert, teilte das Verteidigungsbündnisses am Mittwoch mit. Man sei besorgt, Moskau könnte "eine humanitäre oder eine Friedensmission als Vorwand nutzen, um Truppen in die Ostukraine zu senden."

Die Verstärkung der russischen Präsenz im Grenzgebiet trage weiter zur Eskalation der Situation bei und untergrabe die Bemühungen einen diplomatischen Ausweg aus der Krise zu finden, erklärte eine NATO-Sprecherin. "Es handelt sich um eine gefährliche Situation."

Schon zuvor hatte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk gesagt, er habe Informationen erhalten, dass die Gefahr einer direkten Intervention Russlands in der Ukraine in den vergangenen Tagen stark gestiegen sei.

Kampf in den abtrünnigen Gebieten geht weiter

Derweil geht der Kampf in den abtrünnigen Gebieten weiter. So berichten die Behörden i der ostukrainischen Stadt Gorlowka von einer steigenden Anzahl von Toten. In den vergangenen Tagen seien bei Artilleriebeschuss 33 Zivilisten getötet und 129 verletzt worden, hieß es. In mehreren Vierteln sei die Gas- und Wasserversorgung ausgefallen.

Moskau warf inzwischen der ukrainischen Führung erneut den Einsatz von Phosphorbomben gegen Zivilisten vor. "Eine Bodenprobe hat ergeben, dass die Armee in der Nähe von Slawjansk die verbotenen Brandgeschoße verwendet hat", sagte der Sprecher der russischen Ermittlungsbehörde. Der Einsatz sei ein klarer Verstoß gegen das Genfer Abkommen und ein "Kriegsverbrechen".

Die russischen Behörden bezogen sich auch auf Berichte ukrainischer Flüchtlinge. Die prowestliche Führung in Kiew hatte die Vorwürfe wiederholt als "Verleumdung" zurückgewiesen.