Erstellt am 28. Juli 2014, 18:42

von APA Red

Tote im Gaza-Konflikt auch zu Ramadan-Ende. Im Gaza-Krieg haben Israel und Hamas zu Beginn des islamischen Eit-Festes am Ende des Fastenmonats Ramadan ihre Waffen zwar weitgehend schweigen lassen, dennoch gab es Opfer.

Die palästinensischen Behörden vermeldeten bis zu zehn Tote durch Einschläge im Al-Shifa-Spital sowie in einem Flüchtlingslager. Beim Einschlag von Werfergranaten in Eshkol in Südisrael starben mindestens vier Israelis.

Israelisches Militär wies jede Verantwortung zurück

Drei Menschen starben, als Augenzeugenberichten zufolge eine israelische Drohne ein Gebäude des Al-Shifa-Krankenhauses beschoss. Laut einem AFP-Korrespondenten soll es hier aber keine Opfer gegeben haben.

Die anderen Opfer habe es bei Einschlägen von Sprengkörpern im Gelände des Shati-Flüchtlingslagers gegeben. Das israelische Militär wies jede Verantwortung für die zwei Zwischenfälle zurück. Es habe sich um Einschläge fehlgeleiteter Raketen, die militante Palästinenser im Gazastreifen abgeschossen hätten.

Bei einem Angriff mit Granatwerfern durch militante Palästinenser sind am Montag mindestens vier Israelis getötet worden. Israelische Medien berichteten, es habe auch Verletzte gegeben, als Geschosse im Grenzgebiet zum Gazastreifen in Eshkol einschlugen. Der Angriff hat zu den bisher meisten Opfern in Israel seit Beginn der Militäroffensive im Gazastreifen vor drei Wochen geführt.

Ban Ki-moon: Ernsthaftes Interesse beider Seiten an Feuerpause

Dem Nachrichtenportal "ynet" zufolge schlugen die Granaten am frühen Montagabend in Eshkol nördlich der Grenze ein. Neben den Todesopfern waren auch mindestens sechs Verletzte zu beklagen, einige sollen sich in kritischem Zustand befinden.

Die israelische Armee setzte am Montag die Zerstörung unterirdischer Tunnel an der Ostgrenze fort. Der radikalislamischen Hamas warf sie vor, erneut 17 Raketen auf israelisches Territorium abgeschossen zu haben. Dabei sei jedoch kein Schaden entstanden.

Nach Angaben von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon haben die Konfliktparteien ernsthaftes Interesse an einer Feuerpause für 24 Stunden geäußert, um die 1,8 Millionen Menschen im Gazastreifen zu versorgen. Es gebe aber noch keine Einigung, wann sie in Kraft treten solle.

Der UN-Sicherheitsrat appellierte in der Nacht zum Montag an beide Seiten, umgehend eine bedingungslose Waffenruhe umzusetzen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu konterte, das Gremium der Vereinten Nationen kümmere sich einseitig um die Bedürfnisse einer "mörderischen Terrorgruppe", habe aber keine Antworten auf das Sicherheitsbedürfnis Israels.

Fünf Minderjährige unter den sieben Toten vom Montag

In der von allen 15 Mitgliedern gebilligten Erklärung des Sicherheitsrats wird eine Feuerpause zum muslimischen Fest des Fastenbrechens sowie darüber hinaus gefordert. UN-Generalsekretär Ban sagte, eine dauerhafte Waffenruhe müsse den Boden für den Beginn umfassender Verhandlungen bereiten. Zunächst müssten für 24 Stunden die Kämpfe eingestellt werden. Ein Stopp der Kampfhandlungen sei eine Frage des politischen Willens beider Seiten.

Bewohner des Gazastreifens berichteten am Montag von Beschuss durch die israelische Armee im Norden und Osten des Territoriums. Unter den sieben Toten befanden sich den Behörden zufolge mindestens fünf Minderjährige. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums starb auch ein fünfjähriger Bub.

Der Vater berichtete Reuters, sein Sohn habe im größten Flüchtlingslager im Norden Gazas mit seinen Cousins gespielt als ihn eine Kugel einer israelischen Waffe getroffen habe und er blutend zu Boden gesunken sei. Die Hamas vermeldete ihrerseits die Tötung zweier israelischer Soldaten. Eine Militärsprecherin berichtete hingegen lediglich von einem verwundeten Soldaten.

Hamas hatte eine Waffenruhe zum Ramadan gefordert

In dem Konflikt kamen in den vergangenen drei Wochen auf palästinensischer Seite mehr als 1.000 Menschen ums Leben. Israel verlor 43 seiner Soldaten.

Die Hamas hatte eine Waffenruhe zum Fest des Fastenbrechens gefordert. Israel hat darin aber nicht eingewilligt, nachdem es die unter internationaler Vermittlung zustande gekommene und von beiden Seiten eingehaltene zwölfstündige Feuerpause am Wochenende nochmals verlängert hatte. Als aus dem Gazastreifen wieder Raketen abgefeuert wurden, setzte die Armee jedoch am Sonntagabend fort.