Erstellt am 09. Juli 2014, 17:48

von APA/Red

Tour-Aus für Titelverteidiger Froome. Titelverteidiger Christopher Froome hat die Tour de France nach seinem dritten Sturz beenden müssen.

Der Brite kam am Mittwoch auf dem 5. Teilstück bei Regen zweimal zu Fall und gab die Frankreich-Radrundfahrt auf. Der Sky-Kapitän war bereits am Vortag gestürzt und hatte sich dabei Blessuren an Knie, Oberschenkel und Schulter sowie eine Handgelenksprellung zugezogen.

Auf dem fünften Teilstück von Ypres in Belgien nach Arenberg ging der 29-jährige Vorjahressieger neuerlich zu Boden. Nach dem zweiten Sturz rund 70 km vor dem Ziel humpelte Froome unter Schmerzen zum Sky-Betreuerfahrzeug, steig ein und gab damit auf.

Zahlreiche Stürze während der Etappe

Froome war bei weitem nicht der einzige, der auf regennasser Fahrbahn Bodenkontakt hatte. Noch bevor es auf die gefürchteten Kopfsteinpflaster in der "Hölle des Nordens" ging, gab es zahlreiche Stürze. Betroffen waren u.a. der deutsche Sprintstar Marcel Kittel und der US-Amerikaner Andrew Talansky. Die Etappe der 101. Auflage war aufgrund der Regenfälle vorsorglich etwas entschärft worden. 2,4 der 15,4 Kilometer auf Pflastersteinen wurden gestrichen.

Zwei Stunden später jubelte Tagessieger Boom aus den Niederlanden als Solist nach der 155,5 Kilometer-Tortur im Dauerregen auf aufgeweichtem Paris-Roubaix-Terrain. Der Fahrer vom Team Belkin siegte vor dem Dänen Jakob Fuglsang, Vorjahressiebenter der Tour und 2012 Gewinner der Österreich-Rundfahrt, und Nibali (beide Astana).

Der eigentliche Berg- und Abfahrt-Spezialist Nibali baute seinen Vorsprung gegenüber seinen direkten Konkurrenten im Gesamtklassement aus und nahm seinem jetzt vermeintlich härtesten Rivalen um den Gesamtsieg, Alberto Contador aus Spanien, rund zweieinhalb Minuten ab. Nebenbei düpierte der Sizilianer auch die Spezialisten um den dreifachen Paris-Roubaix-Sieger Fabian Cancellara.

Wetterbedingt schlechte Streckenbedingungen

Einige Fahrer hatten schon vor Tour-Beginn vor einem solchen Streckenabschnitt in einer Drei-Wochen-Rundfahrt gewarnt und von Unverantwortlichkeit gesprochen. Dann kam auch noch der Regen hinzu. Was sich deshalb auf den sieben Kopfsteinpflaster-Passagen abspielte, hatte mit Radsport nicht mehr viel zu tun. Die matschigen Feldwege waren völlig überflutet, tiefe Schlaglöcher gar nicht mehr sichtbar.

Froomes Sky-Teamkollege Bernhard Eisel hatte vor dem Start der verhängnisvollen Etappe von Schmerzen des Briten berichtet. "Er hat schon richtig Schmerzen. Wenn es eine normale Etappe wäre, würde keiner jammern, aber eine Pflasteretappe, das ist die Hölle", meinte der Steirer vor dem Etappenstart. Regen sei das Letzte, was man auf einem solchen Abschnitt wolle. Man werde nicht nur Können, sondern auch Glück brauchen, so Eisel. Diese Hoffnung blieb aber unerfüllt.