Erstellt am 16. September 2015, 20:36

von APA/Red

Treichl-Preis an Wolfgang Petritsch und Mehmet Kocak. Der Heinrich-Treichl-Preis des Österreichischen Roten Kreuzes für besonderes humanitäres Engagement ist am Mittwochabend in Wien an Wolfgang Petritsch und Mehmet Kocak gegangen.

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 Petritsch, Präsident der Austrian Marshallplan Foundation, war von 2003 bis 2005 Vorsitzender der Ottawa-Konvention, die den Einsatz von Landminen verbietet. Restaurantchef Kocak verköstigt wöchentlich 100 Flüchtlinge.

"Österreich hat gerade in den vergangenen Tagen bei der Versorgung von Menschen auf der Flucht unter Beweis gestellt, wie hilfsbereit seine Bevölkerung sein kann", sagte Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes, laut Aussendung. Kocak gebühre für sein "herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement" großer Dank. "Meine Hilfe für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, anzuerkennen, bedeutet für mich, die Anerkennung der Geschichte dieser Menschen - und es ist auch ein Teil meiner eigenen Geschichte", betonte Kocak, der seit 1999 das Wiener Restaurant Etap führt.

Preis ist eine besondere Auszeichnung

"Unter Wolfgang Petritschs Vorsitz ist die Zahl der Länder, die dem Ottawa-Abkommen beigetreten sind, auf 159 gestiegen", sagte Schöpfer über den zweiten Preisträger. Anfang 2003 seien es erst 147 Staaten gewesen. "Dieser Preis stellt für mich eine besondere Auszeichnung dar, weil er ein wichtiges Kapitel in meiner Berufslaufbahn betrifft", bedankte sich Petritsch. "Ohne die Überzeugungsarbeit der Rotkreuzbewegung und ähnlicher 'humanitärer Pressuregroups' hätten sich Regierungen wohl nicht überzeugen lassen, auf dieses inhumane Kampfmittel, das noch Jahre nach dem Einsatz Tote und Verletzte fordert, zu verzichten."

Die zum 21. Mal verliehene Auszeichnung ist nach dem Rotkreuz-Ehrenpräsidenten Heinrich Treichl benannt. Der ehemalige Generaldirektor der Creditanstalt war im November 2014 im Alter von 101 Jahren gestorben.