Erstellt am 04. Mai 2016, 06:12

Trump wahrscheinlich US-Präsidentschaftskandidat. Donald Trump wird aller Voraussicht nach Kandidat der Republikaner für die Wahl zum US-Präsidenten. Der Milliardär besiegte am Dienstag bei den Vorwahlen im US-Staat Indiana seinen ärgsten Widersacher Ted Cruz haushoch.

 |  NOEN, APA (AFP)

Trump ist damit auf Kurs, eine Kampfabstimmung auf dem Parteitag zu vermeiden. Cruz warf das Handtuch. Bei den Demokraten musste Hillary Clinton indes eine Niederlage einstecken.

Der Immobilienmilliardär richtete in seiner Siegerrede im Hochhauskomplex Trump Tower in New York bereits den Blick auf die Wahl im November: "Wir werden im November gewinnen - und wir werden hoch gewinnen." Zugleich kündigte er an, dass er die Republikanische Partei nach dem erbitterten Vorwahlkampf der vergangenen Monate wieder zusammen bringen wolle.

Der Vorsitzende der republikanischen Partei, Reince Priebus, bezeichnete Trump bereits als den "anzunehmenden" Kandidaten. Es sei nun an der Zeit, die Reihen zu schließen. "Wir müssen uns darauf konzentrieren, Hillary Clinton zu besiegen", twitterte Priebus.

Gegenüber seinem Rivalen Cruz gab sich Trump versöhnlich und gratulierte ihm zu seinem Wahlkampf. Der Senator habe noch eine "großartige Zukunft" vor sich.

Kurz zuvor hatte Cruz eingestanden, dass ihm der Weg zur Kandidatur verbaut sei. "Wir haben alles gegeben, was wir hatten, aber die Wähler haben sich für einen anderen Weg entschieden", begründete der erzkonservative Senator Cruz seinen Ausstieg in einer Rede in Indianapolis. Deshalb stelle er "mit schwerem Herzen" seine Kampagne ein.

Cruz hatte zwar schon vor der Abstimmung in Indiana keine rechnerische Chance mehr, Trump in den Vorwahlen noch einzuholen. Doch hatte er darauf gesetzt, mit einem Sieg in dem Staat im Mittleren Westen den Siegeszug seines Rivalen abbremsen zu können.

Cruz' Plan war, den Quereinsteiger aus der Geschäftswelt im weiteren Verlauf der Vorwahlen bis Juni am Erreichen der Mehrheit der absoluten Mehrheit der Delegiertenstimmen zu hindern, die für die Nominierung beim Parteitag im Juli benötigt werden. Auf diese Weise wollte Cruz eine Kampfabstimmung beim Parteitag erzwingen.

Doch seine Hoffnungen wurden durch den Ausgang der Wahl in Indiana zerschlagen. Trump holte nach den Hochrechnungen der US-Fernsehsender in dem Mittelweststaat rund 53 Prozent. Cruz landete abgeschlagen bei etwa 37 Prozent. Der dritte Bewerber der Republikaner, John Kasich, kam nur auf knapp acht Prozent.

Trump hat nach dem Sieg in Indiana bereits mehr als 85 Prozent der Delegiertenstimmen zusammen, die er für seine Nominierung braucht. Nach Schätzung von CNN hat er nun mehr als 1.050 Delegierte hinter sich, die Schwelle liegt bei 1.237.

Demnach sieht alles danach aus, dass es zu einem Duell zwischen Trump und der früheren Außenministerin Hillary Clinton um das Präsidentenamt kommen wird. Clinton stand schon vor der Wahl in Indiana so gut wie als Kandidatin der Demokraten fest.

In dem Mittelweststaat musste sie allerdings eine Niederlage gegen ihren Rivalen Bernie Sanders hinnehmen. Laut den Hochrechnungen holte der linksgerichtete Senator dort rund 53 Prozent, Clinton erreichte nur knapp 47 Prozent. Clinton hat allerdings bereits mehr als 90 Prozent der Delegiertenstimmen für ihre Nominierung beisammen. Laut CNN lag sie bei etwas über 2.000 Stimmen, insgesamt 2.383 muss sie holen.