Erstellt am 08. Februar 2015, 13:33

von APA/Red

Griechenland-Krise dürfte G-20-Treffen bestimmen. Wenn sich am Montag die G-20-Finanzminister in Istanbul treffen, dürfte ein Thema dominieren, das gar nicht auf der Tagesordnung steht: Griechenland.

"Es wird sowieso wieder nur auf die Frage hinauslaufen: Was macht Ihr mit den Griechen?", sagt ein hochrangiger europäischer Vertreter aus der Gruppe der 20 führenden Industrie - und Schwellenländer (G-20).Auch ein Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble räumt ein, dass das Griechenland-Thema am Rande der zweitägigen Konferenz eine gewichtige Rolle spielen dürfte.

Mit von der Partie in Istanbul sind die Finanzminister der vier größten Euro-Länder. Neben Schäuble sind dessen Pendants aus Frankreich, Italien und dem ständigen G-20-Gastland Spanien vertreten. Während die Finanzminister in Istanbul tagen, ist der griechische Regierungschef Alexis Tsipras in Wien bei Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) zu Gast. Sowohl in Wien als auch in Istanbul dürfte die Umschuldung Griechenlands debattiert werden.

Griechenland braucht neues Geld

Am Mittwoch soll die neue Regierung in Athen bei einem Sondertreffen der Eurogruppe in Brüssel erstmals ihre konkreten Pläne zur Erleichterung der Schuldenlast und weitere Reformen vorlegen. Tsipras hat deutlich gemacht, dass er das bisherige Hilfskonzept aufkündigt, in dessen Rahmen das Land rund 240 Mrd. Euro bereits erhalten hat oder zu einem kleinen Teil noch erhalten soll. Griechenland braucht allerdings neues Geld.

Zur griechischen Kehrtwende müssen sich die Kreditgeber nun positionieren. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) mit seiner Chefin Christine Lagarde und die Europäische Zentralbank (EZB) mit Präsident Mario Draghi nehmen an den Beratungen in Istanbul teil. Es ist zu erwarten, dass sie sich dort mit den vier Euro-Finanzministern abstimmen werden.

Auch andere G-20-Schwergewichte wie die USA und China lässt das Thema Griechenland nicht kalt. Denn die Probleme der Eurozone sorgen immer wieder für Nervosität an den Börsen. Ob der aktuelle Griechenland-Streit gar die Weltwirtschaft bremsen könnte, ist allerdings offen.

Große Veränderungen derzeit nicht erwartet

Die anderen Themen auf der G-20-Agenda dürften angesichts dieser Gemengelage großteils in den Hintergrund rücken. So geht es ferner um die Auswirkungen des niedrigen Ölpreises und des schwachen Dollar auf die Konjunktur, den Kampf gegen Steuerflucht und das Ringen um mehr Investitionen.

Große Durchbrüche dürften allerdings ausbleiben. "Spektakuläres sollten Sie nicht erwarten", sagt ein G-20-Vertreter aus Europa. Das gilt auch für die Streitthemen Wechselkurse und wirtschaftliche Ungleichgewichte in der Welt.