Erstellt am 30. November 2014, 21:44

von APA/Red

Papst forderte Verurteilung des IS. Papst Franziskus hat angesichts der Bluttaten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor einer Vorverurteilung aller Muslime gewarnt.

 "Ich glaube wirklich, dass man nicht sagen kann, dass alle Muslime Terroristen sind, wie man auch nicht sagen kann, dass alle Christen Fundamentalisten sind", sagte der Pontifex am Sonntag auf dem Rückflug von seiner Türkei-Reise nach Rom.

"In allen Religionen gibt es solche Gruppen", fügte Franziskus hinzu. Über sein Innehalten in der blauen Moschee in Istanbul sagte der Argentinier, er habe dort für den Frieden gebetet. "Ich habe für die Türkei gebetet, für den Frieden, für den Mufti, für alle, für mich. Ich habe vor allem für den Frieden gebetet", sagte Franziskus.

Papst war als Pilger in der Türkei

In der Moschee hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Samstag einige Minuten still mit geschlossenen Augen und gefalteten Händen verharrt. "Es war ein Moment des ehrlichen Gebets", sagte der Papst. Er sei als Pilger in die Türkei gekommen und nicht als Tourist und habe in der Moschee das Bedürfnis verspürt, zu beten.

Mit Blick auf die Taten des IS in Syrien und im Irak forderte der 77-Jährige: "Wir brauchen eine weltweite Verurteilung." Er habe auch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Freitag in Ankara über dieses Thema gesprochen.

"Ich habe ihm gesagt, es wäre schön, wenn alle muslimischen Führer – ob politisch, religiös oder akademisch – sich klar äußern und das verurteilen würden."