Erstellt am 24. November 2015, 12:44

von APA/Red

Türkische Luftwaffe schoss russisches Kampfflugzeug ab. Die türkische Luftwaffe hat am Dienstag ein russisches Kampfflugzeug an der syrischen Grenze abgeschossen.

Während Ankara von einer Verletzung des türkischen Luftraumes spricht, weist Moskau dies zurück. Die beiden Piloten konnten sich zunächst mittels Schleudersitz retten, einer von ihnen soll aber durch Rebellen getötet worden sein. Die NATO kommt am Abend zu einer Sondersitzung zusammen.

Zu dem Vorfall kam es Dienstag früh an der Grenze Syriens zur Türkei nahe der Mittelmeerküste. Nach türkischen Angaben wurde das Kampfflugzeug vom Typ SU-24 zehn Mal binnen fünf Minuten gewarnt, dass es in fremden Luftraum eingedrungen sei. Daraufhin habe man eigene F-16-Jets geschickt und die Maschine abgeschossen. Der Kampfjet ging im syrischen Ort Yamadi nur wenige Meter von der Grenze zur Türkei nieder. Auch ein zweites Flugzeug soll sich aus Syrien kommend der Grenze genähert haben.

Schicksal der Piloten unklar

Das Schicksal der beiden Piloten, die sich zunächst mit dem Schleudersitz retten konnten, ist unklar. CNN Türk berichtete, dass einer der beiden von turkmenischen Rebellen gefangen genommen wurde.

Eine Gruppe mit dem Namen "Zehnte Brigade" verbreitete über das Internet ein Video, das den Leichnam eines Piloten zeigen soll. Zu sehen ist eine leblose Person in Uniform. Dazu heißt es, der Mann sei "durch die Hände von Rebellen" umgekommen. Nach dem zweiten Piloten werde gesucht.

Ankara und Moskau reagierten verhalten

Ankara und Moskau reagierten auf den Abschuss zunächst eher verhalten. Ein Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin sagte, es handle sich um eine "sehr ernsten Vorfall", es sei aber noch zu früh, um Rückschlüsse daraus zu ziehen. Ein türkischer Regierungsangehöriger sagte, der Abschuss des Flugzeuges sei nicht gegen ein bestimmtes Land gerichtet. Man habe nur türkisches Territorium verteidigt.

Auf Videomaterial von dem Abschuss, das türkische Medien zeigten, ist zu sehen, dass sich die beiden Piloten per Schleudersitz aus der Maschine retten konnten. Die Reste des Flugzeuges gingen in einer als "Turkmenischer Berg" bekannten Region in Nordsyrien an der Grenze nieder. Dort kämpften Regierungstruppen zuletzt gegen Rebellen.