Erstellt am 02. März 2016, 13:17

U-Haft für verurteilte Welpenhändler beantragt. Die Staatsanwaltschaft Linz hat für ein Welpenhändlerpaar aus OÖ U-Haft beantragt. Die beiden waren 2015 wegen Tierquälerei und Betrugs nicht rechtskräftig zu Haftstrafen verurteilt worden.

 |  NOEN, APA

Seither gab es zwölf neue Verdachtsfälle, in denen Hundekäufer hinters Licht geführt worden sein sollen. Zudem wird gegen einen Tierarzt und einen Beamten wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs ermittelt.

Laut Urteil des Landesgerichts Linz hat das Paar auf seinem Hof im Bezirk Rohrbach 740 Tiere unter widrigen Bedingungen gehalten und zumindest 262 Abnehmer um mehr als 170.000 Euro geschädigt. Etliche Hundekäufer hatten geklagt, kranke Tiere bekommen zu haben, einige Hunde starben kurz nach der Übergabe.

Die Frau fasste 24 Monate unbedingt, ihr Mann 24 Monate teilbedingt aus. Mehr als 100 Opfer erhielten Privatbeteiligten-Zusprüche im drei- bis vierstelligen Eurobereich. Die Berufungen laufen noch. Ermittlungsverfahren gegen einen Tierarzt und einen Beamten, die zu lange weggesehen haben sollen, sind ebenfalls noch anhängig.

Nachdem sich zuletzt Meldungen gehäuft haben, dass das Ehepaar, gegen das in Deutschland bereits ein Tierhalteverbot besteht, trotz der Verurteilung weiter aktiv sei, gaben sich Mitarbeiter der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" als potenzielle Käufer aus und erstatteten angesichts der vorgefundenen Zustände Anzeige. Am Dienstag wurde das Paar vom Landeskriminalamt festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft Linz berichtete am Mittwoch von zumindest zwölf neuerlichen Fällen, in denen Hundekäufer kranke oder verwahrloste Tiere bekommen haben sollen. Es könnte aber noch mehr Geschädigte geben, so die Ermittler. Laut Polizei wurden auf dem Hof 36 Hunde, zwei Katzen, vier Schildkröten und vier Pferde gefunden. Die Tiere waren teils krank oder verwahrlost und wurden in Tierheime gebracht.