Erstellt am 13. September 2014, 12:47

von APA/Red

Überflutungen in der Steiermark und in Kärnten. In der Steiermark in Kärnten und im Burgenland haben heftige Regenfälle in der Nacht auf Samstag für Hochbetrieb bei den Feuerwehren gesorgt.

In der Steiermark standen bis Samstagmittag knapp 2.000 Feuerwehrleute im Einsatz. In Graz wurde aufgrund des erhöhten Pegelstandes der Mur die Uferpromenade gesperrt. In Kärnten kam es durch die Regenfälle zu mehreren Unfällen.

Alleine im Großraum Feldbach (Bezirk Südoststeiermark) waren 42 Feuerwehren mit 650 Einsatzkräften und 72 Fahrzeugen im Einsatz. Steiermarkweit waren es bisher 160 Feuerwehren, die ausrückten, um Keller auszupumpen und überflutete Straßen zu sichern. Äcker standen teilweise knietief unter Wasser.

Schweine aus Stall gerettet

In Saaz in der Gemeinde Paldau (Bezirk Südoststeiermark) mussten rund 90 trächtige Mutterschweine aus einem rund einen halben Meter unter Wasser stehenden Stall gerettet werden, schilderte Franz Fink vom Bereichsfeuerwehrverband Feldbach. In Bad Gleichenberg trat der Sulzbach über seine Ufer und überflutete Wohnhäuser und Geschäftslokale teils über einen Meter. Bei St. Margarethen, Rohr und Leitersdorf hatte die Raab einen kritischen Pegelstand erreicht. Im Bezirk kam es zu zahlreichen Straßensperren. Vereinzelt wurden auch kleinere Hangrutschungen gemeldet. In Klausen bei Bad Gleichenberg verlegte eine Hangrutschung einen Bach.

Im Bezirk Leibnitz waren bis zu den Mittagstunden 24 Feuerwehren im Einsatz. Vor allem traf es den Süden des Bezirks mit den Gemeinden Gamlitz, Leutschach, Oberhaag, Großklein, Leutschach und St. Johann im Saggautal, wo zahlreiche Keller und Wirtschaftsgebäude, Höfe und Straßen bis zu 70 Zentimeter überflutet wurden, schilderte Thomas Meier vom Landesfeuerwehrverband.

Muren behinderten Bahnverkehr

Zwei Murenabgänge machten die ÖBB-Strecke zwischen Leibnitz und Spielfeld-Strass unpassierbar. Laut ÖBB wurde bereits ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, der voraussichtlich bis Dienstag aufrechtgehalten werden muss.

"Die meisten Bäche sind jetzt wieder im Ufer, wenn auch teils mit kritischen Marken", so Meier. Wettertechnisch könne es jedoch in den frühen Abendstunden bis in die erste Nachthälfte zu weiteren Niederschlägen bis zu 20 Liter kommen, zeigte sich der Feuerwehrsprecher nachdenklich: "Jeder Tropfen, der zusätzlich vom Himmel fällt, ist einer zu viel. Die Aufnahmefähigkeit der Böden ist im Moment gleich null".

Überflutete Keller und zahlreiche Unfälle

Dauerregen führte am Samstag auch in Kärnten zu einer ganzen Reihe von Feuerwehreinsätzen. Im Lavanttal drang Wasser in zahlreiche Keller ein, im Osten von Klagenfurt waren Straßen überflutet. In Bad Eisenkappel verlegte eine Mure eine Gemeindestraße. Im Regen kam es auch zu mehreren Unfällen.

In den Morgenstunden gingen auch mehrere Muren ab. In der Ortschaft Saureggen in der Gemeinde Ebene Reichenau (Bezirk Feldkirchen) ging in der Früh ein rund 20 Meter breiter und mehr als 200 Meter langer Erdrutsch ab, der eine Gemeindestraße verlegte. Die Straße wurde bis zu einer Besserung der Wetterlage aus Sicherheitsgründen gesperrt. Für Anrainer gibt es eine lokale Umleitung. Auch in Bad Eisenkappel im Bezirk Völkermarkt ging eine Mure ab, dort wurde die Lobniger Gemeindestraße blockiert. Verletzt wurde niemand.

Burgenland auch betroffen

Auch im Südburgenland führten starke Regenfälle zu zahlreichen Überschwemmungen. Zwischen 4.00 Uhr und dem späten Vormittag vermeldete das Bezirksfeuerwehrkommando 39 Einsätze. Keller mussten ausgepumpt und überflutete Straßen passierbar gemacht werden, so die Feuerwehr in einer Aussendung.

Vor allem in der Bezirkshauptstadt und in den Ortsgebieten von Mogersdorf und Weichselbaum wurden zahlreiche Straßen und Keller überschwemmt. In Mogersdorf musste außerdem die Pumpstation des Abwasserverbandes gesichert werden, um einen Ausfall des Kanalsystems im Raabtal zu verhindern. In Heiligenkreuz blieb eine Person mit dem Auto im Hochwasser stecken und musste von der Feuerwehr aus ihrer Notlage befreit werden

Am späten Samstagvormittag habe sich die Situation aufgrund des nachlassenden Regens entspannt, und die Feuerwehren konnten nach und nach wieder einrücken, hieß es aus dem Landesfeuerwehrverband. Die restlichen Bezirke des Burgenlandes waren laut Feuerwehr nur vereinzelt von Überschwemmungen betroffen.