Erstellt am 01. Juni 2016, 15:44

Überflutungen in Oberösterreich und Salzburg. Schwere Regenfälle haben am Mittwoch in Teilen Oberösterreichs, vor allem im Innviertel, zu etlichen Überflutungen geführt.

 |  NOEN, APA

Bis 10.00 Uhr wurden die Feuerwehren zu 250 Einsätzen gerufen, rund 1.800 Helfer standen im Dienst. Auch im Salzburger Flachgau kam es in der Früh zu zahlreichen kleinräumigen Überflutungen. Einige Straßen wurden vom Wasser überspült.

Am stärksten betroffen in Oberösterreich waren die Bezirke Braunau und Ried im Innkreis. Viele Häuser und Keller wurden durch abfließendes Oberflächenwasser überflutet, Bäche traten über die Ufer, Straßen wurden durch Wasser und Schlamm unpassierbar.

Mit einer Entspannung war vorerst nicht zu rechnen. Laut meteorologischen Prognosen muss man im Innviertel noch bis Donnerstag mit Starkregen rechnen. Dadurch können kleinere Gewässer über die Ufer treten, hieß es beim Hydrografischem Dienst des Landes Oberösterreich.

An den größeren Gewässern wie Donau und Inn war die Lage vorerst noch ruhig. Hier rechnen die Experten nicht mit einem starkem Hochwasser, man werde wohl im Bereich der ersten Warnstufe bleiben. Den Inn in Schärding gelte es allerdings zu beobachten.

Wegen starken Regens kam es in der Früh auch im nördlichen Flachgau in Salzburg zu zahlreichen kleinräumigen Überflutungen. Einige Straßen wurden vom Wasser überspült. Rund 200 Mitglieder von 14 örtlichen Feuerwehren waren gegen 9.00 Uhr mit Auspumparbeiten und dem Beseitigen von Verklausungen beschäftigt.

Mehrere kleinere Gewässer waren über die Ufer getreten. Die Nußdorfer Landesstraße wurde teils überschwemmt und die B156 bei Acharting in Anthering leicht überflutet. Die Autos konnten aber noch durchfahren, wie ein Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes Salzburg der APA schilderte. "Es wurden Tafeln aufgestellt, dass man langsam fahren soll."

Betroffen von dem Hochwasser waren vor allem die Gemeinden Anthering, Bürmoos, Michaelbeuern, Göming, Lamprechtshausen, Nußdorf, Oberndorf, St. Georgen, Mattsee, Bergheim, Obertrum, Seeham, Berndorf und Elixhausen. Es kam zu erheblichen Behinderungen im Frühverkehr. Die Feuerwehren mussten Bäche und Gräben von den Verklausungen befreien und das eingedrungene Wasser aus Kellern pumpen.

Der Hydrographische Dienst des Landes Salzburg ging am Mittwoch nicht davon aus, dass die großen Flüsse in Salzburg über die Ufer treten. Aus derzeitiger Sicht sei mit keiner Gefährdung durch Hochwasser an der Salzach und Saalach sowie deren großen Zubringern zu rechnen, hieß es in einer Aussendung. Der Regen soll im Tagesverlauf laut den Meteorologen der ZAMG etwas schwächer werden.

Die Einschätzung der Hochwassersituation ergibt sich aus der vorherrschenden Wetterlage und der aktuellen Niederschlagsprognose. "Die erwarteten und vorhergesagten Niederschlagsintensitäten im Bundesland Salzburg für die nächsten 48 Stunden lassen keine weitere Verschärfung des Abflussgeschehens erwarten", teilte der Hydrographische Dienst mit.

Bereits am frühen Nachmittag sollten die höchsten Pegelstände der Salzach und der Saalach auf Höhe der Stadt Salzburg erreicht werden. "Die Meldegrenzen werden dabei vermutlich erreicht und überschritten, dies bedeutet jedoch lediglich, dass vonseiten der Hydrologie das Abflussgeschehen genau beobachtet wird. Die Wasserführungen für die nächsten Tage werden im Bereich über der jährlichen Mittelwasserführungen zu liegen kommen", erklärte ein Hydrologe.

Vor allem im nördlichen Flachgau hatten die Freiwilligen Feuerwehren in den Einzugsgebieten von kleineren und mittleren Gewässern wegen Überflutungen alle Hände voll zu tun. Im Zeitraum von 6.00 bis 12.00 Uhr verzeichnete der Landesfeuerwehrverband rund 90 Einsätze von 25 Feuerwehren mit rund 350 Einsatzkräften. Einige Abschnitte von Landesstraßen im nordwestlichen Flachgau, im Trumer- und Wallerseegebiet sowie im angrenzenden Oberösterreich mussten gesperrt werden, sagte ein Polizist der Verkehrsleitzentrale auf Anfrage der APA.

Nicht nur im Flachgau, sondern auch im Tennengau und im Einzugsgebiet der Enns ist laut Hydrographischem Dienst weiterhin mit eingestauten Wiesenflächen und Geländemulden zu rechnen, da die Wasseraufnahmekapazität der Böden in weiten Bereichen ausgeschöpft sei. Der ÖAMTC riet den Autofahrern, überflutete Straßenabschnitte zu meiden oder nur im Schritttempo durchzufahren. "Bei höherer Geschwindigkeit bildet sich eine Bugwelle, die über den Ansaugkanal in den Motor eindringt und schwere Schäden an der Elektronik verursachen kann", erklärte ÖAMTC-Techniker Peter Schmid.