Erstellt am 29. September 2014, 18:23

von APA Red

Asyl-Unterkunft in Wien-Erdberg bezugsbereit. Das in Wien-Erdberg eingerichtete Übergangsquartier für Flüchtlinge ist bezugsbereit.

100 Personen sollen am Montagabend vom Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in die temporäre Unterkunft übersiedeln, sagte ein Sprecher des Innenministeriums bei einem Lokalaugenschein. Dabei handle es sich vorwiegend um Familien. Vier Monate können die Flüchtlinge in Erdberg bleiben.

Bund und Stadt Wien hatten sich vergangene Woche darauf verständigt, bis zu 350 Flüchtlinge in der ehemaligen Zollwachschule in Erdberg sowie 250 weitere für maximal vier Monate in einem Gebäude der Wirtschaftsuniversität unterzubringen. Das Übergangsquartier für Asylwerber im früheren Universitätssportinstitut soll kommende Woche bezugsbereit sein. Für Montag sei eine Begehung gemeinsam mit dem Innenministerium geplant, sagte ein Sprecher der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) am Montag. Das Gebäude in der Althanstraße soll Platz für weitere 250 Flüchtlinge bieten.

Eigener Zugang für Flüchtlinge

Mehrere Maßnahmen müssen im ehemaligen Universitätssportinstitut getroffen werden, um Asylwerber unterzubringen zu können, derzeit arbeite man an einem Konzept, hieß es aus der BIG. Die Überholung des Sanitärbereichs sei bereits im Laufen, wichtig sei auch eine räumliche Trennung zum anliegenden Kindergarten. Den Flüchtlingen würde dann ein eigener Zugang zur Verfügung stehen.

In Wien-Erdberg konnte über das Wochenende die Infrastruktur hergestellt werden. 320 Zimmer stehen in dem Gebäude, das von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) übernommen wurde, bereit. Bis zuletzt wurden etwa noch Armaturen ausgetauscht und sonstige Reparaturen erledigt, so ein Sprecher der BIG. Keinen Zugang haben die Asylwerber zu anderen Bereichen des Gebäudes, das etwa eine Schule sowie eine Trainingseinrichtung für die Polizei beherbergt. Diese Bereiche seien räumlich abgetrennt.

150 Asylwerber in Turnsälen einquartiert

Derzeit befinden sich zudem 150 Asylwerber in Turnsälen der Polizei in Eisenstadt, Salzburg, Linz und Villach, am Wochenende musste das Innenministerium zwei weitere öffnen. Am Montag soll auch in Graz ein Turnsaal für Flüchtlinge aufgesperrt werden. Nun sind weiterhin die Bundesländer gefordert, betont man weiterhin im Innenministerium. In etwa 80 Prozent aller österreichischen Gemeinden habe noch kein einziger Asylwerber Platz gefunden, betont man im Innenministerium.

"Sind nicht die Deppen der Nation"

Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) will das Thema Asyl bei der nächsten Landeshauptleutekonferenz in Kärnten diskutieren. Denn viele Länder würden die Vorgaben des Bundes nicht erfüllen. Wien helfe freilich Leuten, die mit Mord bedroht würden, "aber wir sind - mit Verlaub gesagt - nicht die Deppen der Nation", stellte Häupl gegenüber dem ORF klar.

Das Stadtoberhaupt bezog sich dabei auf die 600 zusätzlichen Flüchtlinge, die sich Wien bereit erklärt hat, auf Kosten des Bundes vier Monate lang aufzunehmen. Sie werden in der ehemaligen Zollwachschule in Erdberg und in der früheren Wirtschaftsuniversität untergebracht. Häupl kündigte an, dass die Sache bei der nächsten LH-Konferenz "ein sehr ernstes Thema" sein werde.