Erstellt am 24. Juni 2015, 10:52

Übersiedlung des Parlaments in die Hofburg besiegelt. Das Parlamentsgebäude wird von 2017 bis 2020 generalsaniert. In dieser Zeit werden Nationalrat und Bundesrat in der Hofburg tagen, die Umsetzung wurde nun zwischen Parlamentsdirektion und Burghauptmannschaft in einer Grundsatzvereinbarung besiegelt.

 |  NOEN, APA (PARLAMENT)

Dem Parlament werden der Redoutensaaltrakt sowie Büroflächen in anderen Gebäudeteilen - insgesamt rund 8.600 Quadratmeter - zur Verfügung stehen.

"Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Vorbereitung des Sanierungsprojekts gesetzt worden", begrüßte Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) die Einigung am Mittwoch. Zugleich dankt sie in einer Aussendung der Parlamentskorrespondenz Burghauptmann Reinhold Sahl für die gute Kooperation bei der Realisierung dieses Vorhabens, das für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung darstelle.

Die Plenarsitzungen von Nationalrat und Bundesrat werden im großen Redoutensaal stattfinden. Die dafür notwendigen Einbauten wurden von dem mit Ausweichquartier und gesamter Übersiedelung befassten Projektteam konzipiert, Planung und Ausführung liegen bei der Burghauptmannschaft.

Bures hat sich dieser Tage an Ort und Stelle von den räumlichen Gegebenheiten im künftigen Ausweichquartier überzeugt. Ihr Eindruck: "Die Hofburg bietet gute Voraussetzungen, dass das Parlament seiner verfassungsmäßigen Aufgabe auch in dieser außergewöhnlichen Situation vollauf gerecht werden kann."

Ergänzend zu den in der Hofburg zur Verfügungen stehenden Flächen sollen im Bibliothekshof und auf dem Heldenplatz insgesamt in Fertigteilbauweise drei Pavillons (rund 10.000 Quadratmeter) für Büroräumlichkeiten und Ausschusslokale errichtet werden. Die Ausschreibung wurde vergangene Woche in einer europaweiten Vorinformation für August 2015 angekündigt.

Für die Dauer der Sanierungsarbeiten wird der Betrieb aus dem Parlamentsgebäude komplett abgesiedelt. Bei der Suche nach einem Ersatzquartier wurde eine umfassende Marktanalyse erstellt und eine Reihe von Objekten geprüft.

Entscheidende Kriterien waren Preis, Fläche, Lage, die Möglichkeit der Weiternutzung der Nebengebäude des Parlaments und die Konsequenzen für den Parlamentsbetrieb. Dieser wird sich über ein überschaubares Territorium mit gerade noch praxistauglichen Entfernungen zwischen den verschiedenen Standorten erstrecken. Die Nebengebäude in der Reichsratsstraße, in der Bartensteingasse, in der Löwelstraße und in der Doblhoffgasse sowie das Palais Epstein werden weiterhin genutzt.

Trotz größerer Entfernungen zwischen den verschiedenen Standorten seien funktionierende parlamentarische Arbeitsabläufe gewährleistet, hieß es am Mittwoch.