Erstellt am 06. Oktober 2014, 15:19

Drohnen aus Wr. Neustadt in der Ukraine eingetroffen. Die brüchige Waffenruhe in der Ukraine wird künftig von Drohnen aus Österreich überwacht. Die ersten zwei Geräte der Wiener Neustädter Firma Schiebel sind am Montag eingetroffen, hieß es von der Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Die Drohnen sollen künftig den Osten des Landes überfliegen und den internationalen Beobachtern Kampfhandlungen melden. Zum Einsatz kommen die Fluggeräte aber auch an den Grenzen der Ukraine zu Russland, über die immer wieder Kämpfer und Nachschub zu den prorussischen Separatisten fließen sollen.

Vier Camcopter im Einsatz

Die OSZE mietet bei Schiebel insgesamt vier unbemannte Geräte des Typs Camcopter S-100. Die Firma stellt dafür auch sechs Piloten und drei Techniker zur Verfügung. Die Drohnen-Piloten sind künftig an Ort und Stelle in der Ostukraine stationiert, heißt es von der OSZE. Wann genau ihre Patrouillenflüge beginnen, war zunächst noch unklar - die Drohnen müssen noch den ukrainischen Zoll passieren.

Der Drohnen-Einsatz in der Ukraine wurde von der österreichischen Regierung genehmigt - das Verfahren sei notwendig, da dieser Drohnentyp auch militärisch eingesetzt werden könnte, sagte Außenministeriums-Sprecher Martin Weiss. Österreich beteiligt sich - abgesehen von der Leistung der privaten Firma - auch mit sechs offiziellen Beobachtern an der OSZE-Mission in der Ukraine. Die Zahl werde sich kommenden Montag auf acht erhöhen, sagte Weiss. Die OSZE will die Zahl ihrer Beobachter in der Ostukraine insgesamt von derzeit rund 200 auf 500 aufstocken.

Putin lobt Arbeit der Beobachter

Die OSZE-Beobachtermission in der Ukraine muss ausgeweitet werden - das sagte russische Präsident Wladimir Putin in einem Telefonat mit dem Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter. Laut Mitteilung des Kreml am Montag bekräftigten beiden Politiker in dem Gespräch, die Anfang September in Minsk getroffenen Abmachungen, allen voran die Waffenruhe, müssten respektiert werden.

Putin lobte demnach die Arbeit der Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Die beiden Präsidenten sprachen laut der Mitteilung darüber, wie die Sicherheit der Beobachter gewährleistet werden könne, auch im Hinblick auf die Parlamentswahlen, die für den 26. Oktober geplant sind. Burkhalter und Putin begrüßten zudem weitere Untersuchungen über den Absturz des malaysischen Passagierflugzeuges sowie über in der Ostukraine entdeckte Massengräber.

Trotz der seit 5. September gelten Feuerpause gab es auch am Montag Kämpfe in der Ukraine. Von der Umgebung des Flughafens der Rebellenhochburg Donezk stiegen drei Rauchsäulen auf, berichteten Medien. Seit Sonntag wurde ein Soldat getötet und 13 weitere wurden verletzt, hieß es von einem Sprecher der ukrainischen Armee.