Erstellt am 05. Mai 2014, 14:34

Ukraine sieht sich im "Krieg". Der ukrainische Übergangspräsident Turtschinow sieht sein Land im "Krieg" mit Russland.

Gegen die Ukraine werde "in der Tat ein Krieg geführt und wir müssen bereit sein, diese Aggression abzuwehren", sagte er am Montag im ukrainischen Fernsehen. Die Armee rückte unterdessen weiter in die Separatisten-Hochburg Slawjansk vor. Bei heftigen Gefechten gab es zahlreiche Tote.

Sympathien für eine Abspaltung?

"Es ist ein Krieg gegen unser Land im Gange vonseiten der Russischen Föderation - sowohl im Osten als auch im Süden des Landes", sagte Turtschinow dem Kiewer Fernsehsender "5. Kanal". Russland versuche weiter, die Lage vor der Präsidentenwahl am 25. Mai "völlig zu destabilieren". Zugleich räumte der Übergangspräsident ein, dass es in der Region Sympathien für eine Abspaltung der Ukraine gebe. "Sagen wir doch mal ehrlich: Die Bürger dieser Regionen unterstützen die Separatisten, sie unterstützen die Terroristen, was die Durchführung der Anti-Terror-Operation erheblich erschwert". Auch die Polizei sympathisiere mit den pro-russischen Kräften.

Innenminister Awakow begab sich unterdessen in die Nähe von Slawjansk, wo die Sicherheitskräfte am Montag ihre Offensive gegen die Separatisten fortsetzten. Diese gaben an, dass bei den Gefechten etwa 20 Aktivisten getötet worden seien. "Wir konnten unter großen Anstrengungen ein Eindringen des Gegners in die Stadt verhindern. In unseren Reihen gibt es viele Tote", zitierte die Agentur Interfax am Montag einen Sprecher der selbst ernannten Volksmiliz.

Angst vor Gefechten

Auch in den Reihen der ukrainischen Armee gab es Verluste, wie Awakow einräumte. Vier Angehörige der Sicherheitskräfte seien bei den Gefechten getötet worden, sagte der Innenminister. Er schätzte, dass sich etwa 800 bewaffnete Separatisten in der Stadt aufhielten. "Sie setzen schwere Waffen ein, schießen mit großkalibrigen Waffen, benutzen Granatwerfer und sonstige Technik", sagte der Minister. Augenzeugenberichten zufolge flüchteten die Separatisten vor den Gefechten.

Russland bekräftigte unterdessen seine Vorwürfe gegen die Regierung in Kiew mit einem eigenen "Weißbuch", in dem schwere Menschenrechtsverletzungen angeprangert werden. Anhänger der prowestlichen Regierung würden Gegner mit "Repressionen, physischer Gewalt und offenem Banditentum" einschüchtern, heißt es in dem vom Außenministerium verfassten Buch. Zudem seien in der Ukraine Ultranationalismus, Extremismus und Neonazismus auf dem Vormarsch.