Erstellt am 09. Dezember 2014, 07:24

von APA/Red

Zahl der Verkehrstoten weiterhin rückläufig. Die Zahl der Verkehrstoten ist in Österreich weiterhin rückläufig. 2013 starben mit 455 Menschen erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen weniger als 500 Verkehrsteilnehmer auf heimischen Straßen.

Heuer wird es laut einer Prognose des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) 430 Getötete geben. 2012 war die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr bei 531 gelegen.

Weniger Unfälle mit Verletzten

Geringer fällt der Rückgang bei Unfällen mit Personenschaden aus. Laut der Prognose werden es heuer rund 35.000 Unfälle sein, im Vorjahr waren es noch 38.500. "Geringer ist auch der Rückgang bei Schwerverletzten, hier wird das im Verkehrssicherheitsprogramm genannte Ziel verfehlt", sagte Othmar Thann, Direktor des KFV. Laut der Voraussage werden im heurigen Jahr mehr als 6.800 Personen bei Unfällen im Straßenverkehr schwer verletzt. 2013 gab es noch mehr als 7.300 Schwerverletzte.

Das Österreichische Verkehrssicherheitsprogramm 2011-2020 sieht eine kontinuierliche Reduktion der Zahl der Verkehrstoten vor - bis auf maximal 311 Menschen im Jahr 2020. Die Zahl der Schwerverletzten soll auf unter 4.000 sinken. Um dieses Ziel zu erreichen, seien zahlreiche Maßnahmen erforderlich. Doch bis diese auch umgesetzt werden, dauere es hierzulande oftmals sehr lange, meinte Thann.

Ein besonderes Augenmerk müsse man etwa auf die ungeschützten Verkehrsteilnehmer legen. "Hier ist infrastrukturmäßig zwar schon vieles getan worden, aber auch noch viel Potenzial vorhanden", sagte Thann. So sei beispielsweise eine Entflechtung von Radverkehr und Gehwegen erforderlich, insbesondere an neuralgischen Stellen wie Querungen.

Überhöhte Geschwindigkeit als Hauptursache

Auch brauche es eine bessere Handhabe gegen Gurtenmuffel. Aktuell liegt die Anlegequote in Österreich bei 94 Prozent. 98 Prozent würden 60 Verkehrstote weniger pro Jahr bedeuten, sagte Thann. Jene, die diese Sicherheitsmaßnahme bisher verweigern, "lassen sich mit Werbung nicht überzeugen", hier brauche es Kontrolle. Derzeit darf die Polizei nur strafen, wenn der Lenker angehalten wird. Es müsse erlaubt sein, Gurtsünder auch dann zu belangen, wenn etwa Videobeweise von automatischen Abstandsmessungen vorliegen, fordert das KFV.

Eine der Hauptunfallursachen ist überhöhte Geschwindigkeit. "Bei einem Crash zählt jeder Stundenkilometer." Der KFV-Direktor spricht sich für die Abschaffung der behördlichen Toleranzgrenzen bei Geschwindigkeitsübertretungen aus, die je nach Bundesland verschieden sind. In der Steiermark und in Salzburg wurden sie bereits beseitigt. Auf der Westautobahn gibt es drei unterschiedliche Behördentoleranzen.

Weiterhin hoch ist die Zahl der Motorradunfälle. Diese Rate ergibt sich besonders durch sogenannte Spätstarter, Motorradfahrer über 39 Jahren, die den A-Führerschein erst in diesem Alter absolvieren. Zwar sind nur ein Prozent aller Motorradfahrer Spätstarter, jedoch 23 Prozent der Verunglückten.

Alkohol-Wegfahrsperren im Gespräch

Hier brauche es eine moderne und für diese Zielgruppe maßgeschneidertes Ausbildungsmodell, etwa ein Konzept mit Buddys - "alten Hasen, die mir zeigen, was ich nicht tun soll. So kann man aus Fehlern lernen", erklärte Thann. Man müsse "weg von der Theorie und hin zur Praxis".

Um die Zahl der Verkehrstoten zu senken, müssen auch aktuelle technische Maßnahmen genützt werden, sagte der KFV-Direktor. So setzen sich jährlich rund 4.000 Lenker, denen der Führerschein wegen Alkohol am Steuer entzogen wurde, auch ohne Schein wieder betrunken ans Steuer.

Eine Lösung des Problems wäre die Einführung eines Bewährungsmodells mit Alkohol-Wegfahrsperren. Diese sogenannte Alkolocks verhindern das Zünden des Motors, wenn der Lenker alkoholisiert ist. Natürlich müsse man auch auf "die Eigenverantwortung" der Lenker setzen, sagte Thann.