Erstellt am 26. August 2015, 14:50

von APA Red

Ungarn verschärft Grenzkontrollen weiter. Ungarn will die Grenzkontrollen angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen weiter verschärfen. Die Behörden kündigten am Mittwoch an, 2.100 Polizisten an die Grenze zu Serbien zu entsenden, um den Flüchtlingsandrang einzudämmen.

 |  NOEN, APA (dpa)

Bereits im Bau sind überdies zwei Zäune an der Grenze, von denen das eineinhalb Meter hohe Drahtgeflecht bis Ende des Monats fertiggestellt sein soll. Die Zahl der täglich nach Ungarn kommenden Flüchtlinge hatte zuletzt immer neue Rekordwerte erreicht. Allein am Dienstag seien mehr als 2.500 Menschen über die südliche Grenze zu Serbien ins Land gekommen, teilte die ungarische Polizei am Mittwoch mit.

Dies sei der bisher höchste Wert an einem Tag. Am Montag waren es den Angaben zufolge über 2.000 Neuankömmlinge. Der Polizei zufolge stammen die meisten der Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisenländern Syrien, Afghanistan und Pakistan.

Die Migranten gehören zu rund 7.000 Flüchtlingen, die in der vergangenen Woche an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien festsaßen. Mazedonien hatte angesichts des großen Andrangs den Notstand ausgerufen und die Grenze drei Tage lang geschlossen.

In Ungarn kamen in diesem Jahr bereits rund 100.000 Flüchtlinge an - mehr als doppelt so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. Die Zahl der Neuankömmlinge pro Tag stieg von durchschnittlich 150 in der ersten Jahreshälfte auf mehr als 2.000 im August.

An der ungarisch-serbischen Grenze entstehen aufgrund von Zeitknappheit derzeit zwei Zäune. Der vom rechtskonservativen Premier Viktor Orban angekündigte Fertigstellungstermin für die 175 Kilometer lange und viereinhalb Meter hohe Grenzsperre, der 31. August 2015, kann offenbar nicht eingehalten werden. Deshalb wird aktuell ein 150 Zentimeter hohes Stacheldrahtgeflecht entlang der Grenze gezogen, das inzwischen weitgehend fertiggestellt sein soll. Dahinter entsteht die endgültige und weitaus höhere Grenzsperre, die im November fertiggestellt werden soll.

Die Einschätzung des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR), dass in der kommenden Zeit mit der Ankunft von etwa 3.000 Flüchtlingen täglich in Mazedonien zu rechnen sei, hat sich laut Medienberichten in Skopje vom Mittwoch verwirklicht. In etwa so viele Flüchtlinge hätten die griechisch-mazedonische Grenze bei Gevgelija am Dienstag passiert, hieß es demnach.

Aus Gevgelija hatte die Mehrheit von Flüchtlingen bereits in der Nacht ihre Weiterreise in Richtung der Staatsgrenze zu Serbien fortgesetzt, hieß es. Diese werde demnach derzeit problemlos mit Zügen und Bussen abgewickelt.

Angesichts des Chaos an der griechisch-mazedonischen Grenzen richtete das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF eine "kinderfreundliche Zone" nahe der Stadt Gevgelija ein. Innerhalb dieses Bereichs leiste die Organisation Nothilfe für Frauen und Kinder, die sich am Weg durch Mazedonien befinden, teilte UNICEF Österreich am Mittwoch mit.

In der kinderfreundlichen Zone, die sich im vom Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) für Migranten eingerichteten Rastbereich befindet, werde unter anderem psychosoziale Unterstützung geleistet. Zudem werde dort auf die Bedürfnisse von Kleinkindern eingegangen und den Kindern ein Spiel- und Ruheort geboten, während sich ihre Eltern registrieren ließen, erklärte UNICEF.

In der südserbischen Stadt Presevo, nahe an der Grenze zu Mazedonien, kamen in den letzten 24 Stunden laut serbischen Behörden rund 2.000 Flüchtlinge an. Die Mehrheit davon dürfte ihre Reise Richtung Norden gleich nach der Registrierung fortgesetzt haben. Nach Angaben der Behörden kamen rund 1.800 Flüchtlinge in etwa 50 Bussen vergangene Nacht in der nordserbischen Grenzstadt Kanjiza an.

Angesichts der anhaltend hohen Flüchtlingszahlen auf dem Westbalkan stellen die EU-Kommission und Deutschland zusätzliche Finanzmittel für die Länder in der Region zur Verfügung. Die Brüsseler Behörde mobilisierte am Mittwoch 1,5 Millionen Euro, das Auswärtige Amt in Berlin stellte eine Million Euro an Soforthilfe zur Verfügung. Mit dem Geld soll die humanitäre Lage in den Grenzregionen von Serbien und Mazedonien verbessert werden.