Erstellt am 17. April 2015, 12:02

von APA/Red

Bergsteiger Edi Koblmüller in Georgien tödlich verunglückt. Der bekannte Extrem-Bergsteiger Edi Koblmüller ist zusammen mit einer Bergkameradin am 5.047 Meter hohen Kasbek in Georgien verunglückt.

Die beiden wurden Donnerstagnachmittag tot aufgefunden und mit einem Hubschrauber geborgen. Die Bergspechte Outdoor-Reisen und Alpinschule Edi Koblmüller GmbH in Linz bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Kronen Zeitung".

Mit achtköpfiger Skitourengruppe unterwegs

Der Geschäftsführer von "Bergspechte", Winfried Flossdorf, sagte, dass über die näheren Umstände des Unglücks noch keine Informationen vorlägen. Bestätigt hat er, dass Koblmüller eine achtköpfige Skitourengruppe aus Österreichern und Deutschen führte, die am vergangenen Freitag aufgebrochen war.

Laut "Kronen Zeitung" fiel eine Frau beim Marschieren am Kasbek zurück. Sie war langsamer unterwegs als ihre Bergkameraden. Koblmüller blieb bei ihr. Die beiden gerieten in einen Blizzard. Während sich die anderen Tour-Teilnehmer in eine Schutzhütte retten konnten, erfroren Koblmüller und seine Begleiterin.

Das wollte Flossdorf nicht bestätigen. Die Befragungen durch die Behörden in Georgien seien noch im Gange, dem wolle er nicht vorgreifen. Die sieben Überlebenden seien wohlauf und werden bis zur ihrer Heimkehr am Sonntag von einer georgischen Agentur betreut, berichtete er. Angaben zu der Frau machte der Geschäftsführer nicht. Er verwies auf einen entsprechenden Wunsch der Angehörigen. Aus anderer Quelle war zu erfahren, dass es sich um eine Wienerin handle.

Das Außenamt hat Freitagvormittag den Tod eines 69-jährigen Österreichers und einer 59-jährigen Österreicherin bestätigt. Die sieben Überlebenden, die den Abstieg schafften, waren demnach sechs Österreicher sowie ein Schweizer Staatsbürger.

Einer der erfahrendsten Bergsteiger Österreichs

Koblmüller war Profi-Alpinist. Seine Anteile an den Bergspechten hat er im Sommer vergangenen Jahres an eine in der selben Branche tätige deutsche Firma verkauft. Er war seither noch als Berater tätig. Er galt mit fünf Achttausender-Besteigungen und viele Erstbegehungen als einer der bekanntesten und erfahrendsten Bergsteiger Österreichs.

Seine Bezwingung des Cho Oyu 1978 in Tibet wird in Fachpublikationen als alpinistische Meisterleistung gewürdigt. Er überlebte vor zehn Jahren einen Lawinenabgang in den Abruzzen, wo er vollständig verschüttet worden war.

Seine Frau Elisabeth ist 56-jährig im Juli 2003 bei einem Unfall an der Kletterwand des Alpinzentrums Rudolfshütte in Uttendorf (Pinzgau) beim Üben des Sprunges ins Seil mit dem Kopf auf dem Teppichboden aufgeschlagen.

Sie starb danach im Landeskrankenhaus Salzburg. Ende Juni 1999 war der gemeinsame Sohn Michael 24-jährig bei einer Expedition auf den 7.266 Meter hohen Diran in Pakistan von einer Lawine verschüttet und getötet worden.