Erstellt am 13. Juli 2015, 11:13

von APA/Red

Uni-Zugangsbeschränkungen bis 2021 verlängert. Die Ende des Jahres auslaufenden Zugangsbeschränkungen für Architektur, Biologie, Informatik, Pharmazie und Wirtschaft sowie die 2016 auslaufenden Hürden in Medizin und Veterinärmedizin werden bis 2021 verlängert.

Es sollen Massenfächer entlastet werden  |  NOEN, APA (archiv)

Das sieht eine vom Wissenschaftsministerium in Begutachtung geschickte Novelle zum Universitätsgesetz vor. Angedachte neue Zugangshürden - etwa für Jus und Chemie - soll es nicht geben.

Zahl der Bewerber sank in allen Fächern

Seit 2013 gelten in 40 Fächern der fünf Studienfelder Architektur, Biologie, Informatik, Pharmazie und Wirtschaft Zugangsbeschränkungen: Bei Überschreitung einer gesetzlich festgelegten Höchstzahl an Studienwerbern können die Unis ein Aufnahmeverfahren durchführen. In der Praxis gliederten sie dieses Verfahren in eine Registrierungsphase, ein Online-Self-Assessment bzw. die Vorlage eines Motivationsschreibens und erst am Schluss einen Aufnahmetest.

"Spezialität" dieser bis Ende 2015 befristeten Regelung war, dass bisher kein einziger Studienwerber an einer Aufnahmeprüfung gescheitert ist - die Zahl der Bewerber in allen Fächern sank spätestens bei der Anwesenheit zum Aufnahmetest unter die Höchstzahl an Plätzen.

Mitterlehner wollte zuletzt die Regelung einerseits verlängern und auf Fächer wie Jus und Chemie ausweiten - die SPÖ erteilte neuen Beschränkungen aber eine Absage. Eine Evaluierung des Instituts für Höhere Studien (IHS) hatte gezeigt, dass sich die Zusammensetzung der Studenten durch die Beschränkungen nicht verändert hatte, der Analysezeitraum umfasste allerdings nur zwei Studienjahre. Die nunmehrige Novelle ist mit der SPÖ akkordiert - bis Ende 2020 wird erneut evaluiert.

"Damit schaffen wir langfristige Planungssicherheit für die Universitäten und Studierenden, entlasten die Massenfächer und schaffen die Datengrundlage für eine umfassende Bewertung des Hochschulzugangs", so Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP).

"Zurückfallen hinter Status quo wäre fatal gewesen"

"Ein Zurückfallen hinter den bestehenden Status quo wäre fatal für den Wissensstandort gewesen und daher ist es wichtig, dass vor allem die Zugangsregelungen in den fünf Massenfächern erhalten bleiben. Aufgrund der positiven Effekte dieses Steuerungsinstruments wäre natürlich auch eine Ausweitung auf weitere Fächer eine Option gewesen, die wir intensiv diskutiert haben."

In diese Gruppe der Zugangsbeschränkungen werden außerdem künftig auch die Publizistik und Kommunikationswissenschaften aufgenommen. In diesem Fach war der Zugang zwar schon bisher beschränkt, allerdings nach einem anderen Verfahren. Die Zahl der Studienplätze bleibt in allen Fächern gleich. Die Begutachtungsfrist endet am 20. August.

Die Studieneingangsphase (STEOP) an den Universitäten wird auf alle wissenschaftlichen Unis ausgeweitet sowie mit einem Mindest- und Höchstumfang ausgestattet. Das sieht eine vom Wissenschaftsministerium in Begutachtung geschickte Novelle zum Universitätsgesetz vor. Außerdem soll der Weg zum ordentlichen Uni-Professor erleichtert werden, Änderungen gibt es auch bei Uni-Räten und Kettenverträgen. Derzeit gilt die STEOP nur in Studien ohne Aufnahmeprüfungen.

Mehr Rechte für Studienwerber gibt es künftig bei Aufnahmeprüfungen: Auch sie erhalten schon ein Einsichtsrecht in die Prüfungsarbeiten - dieses war bisher Studenten vorbehalten. Kunstuniversitäten dürfen außerdem künftig ein "künstlerisches Doktoratsstudium" anbieten.