Erstellt am 05. Februar 2016, 09:32

UNO: Assange unrechtmäßig in Haft. UNO-Rechtsexperten haben die jahrelange Botschaftszuflucht des Wikileaks-Gründers Julian Assange in London als unrechtmäßige Haft eingestuft.

 |  NOEN, APA (AFP)

Verantwortlich dafür seien die juristischen Aktionen Schwedens und Großbritanniens, erklärte die unabhängige Arbeitsgruppe zum Thema willkürliche Inhaftierungen am Freitag in Genf.

Die Experten riefen die Regierungen beider Länder auf, dafür zu sorgen, dass Assange sich frei bewegen kann. Zudem müsse er für die erzwungene Zuflucht in der Botschaft Ecuadors seit Dezember 2010 entschädigt werden.

Die Mutter von Julian Assange hat große Sorge um ihren Sohn. Der Australier lebt seit dreieinhalb Jahren in der Botschaft Ecuadors in London, um einer Festnahme zu entgehen. "Sein Körper gibt langsam auf, er hat schon Herzprobleme, eine chronische Lungenentzündung und schwere Schulterschmerzen", sagte Christine Assange am Freitag dem australischen Rundfunksender ABC.

Ärzte hätten unter anderem eine Stunde Sonnenlicht pro Tag empfohlen, "aber die britische Regierung verweigert dies", wie Christine Assange sagte. Die britische Polizei will Assange aufgrund eines Haftbefehls aus Schweden festnehmen, wo wegen Verdachts auf Vergewaltigung gegen Assange ermittelt wird.

Der 44-Jährige hat die Vorwürfe bestritten. Er fürchtet zudem, über Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. Dort droht ihm wegen Veröffentlichung geheimer Dokumente auf der Enthüllungsplattform Wikileaks ebenfalls eine Anklage.