Erstellt am 24. März 2015, 16:13

von APA/Red

Russland kritisiert US-Aufruf zu Waffenlieferungen. Der Streit um mögliche US-Waffenlieferungen an die krisengeschüttelte Ukraine vertieft den Konflikt mit Russland.

Sollten die USA tatsächlich Waffen an die Ukraine liefern, würde das die Konfrontation verschärfen, warnte der russische Außenpolitiker Alexej Puschkow am Dienstag in Moskau.

Russland wirft Ukraine neue Offensive vor

Russland und die Separatisten im Donbass werfen der ukrainischen Regierung vor, eine neue Offensive im Kriegsgebiet vorzubereiten. Die Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses hatten Präsident Barack Obama am Montagabend mit großer Mehrheit aufgefordert, Kiew mit Waffensystemen auszurüsten, "ehe es zu spät ist".

Der Ukraine solle ermöglicht werden, sich im Krieg mit prorussischen Separatisten im Osten des Landes zu verteidigen. Die Bundesregierung hatte Waffenlieferungen an die Ex-Sowjetrepublik mehrfach abgelehnt.

Ukrainischer Außenminister begrüßt Unterstützung

Während der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin die Unterstützung des US-Repräsentantenhauses begrüßte, kritisierte sie der russische Duma-Abgeordnete Puschkow als "aggressiv". "Diese Resolution ist ein direkter Aufruf zum Krieg", sagte auch Franz Klinzewitsch von der Regierungspartei Geeintes Russland.

Der stellvertretende russische Außenminister Grigori Karassin warf der ukrainischen Führung erneut vor, sich nicht an den Mitte Februar im weißrussischen Minsk vereinbarten Friedensplan zu halten. Vielmehr verschlimmere die Regierung in Kiew die Lage.

Weitere Schritte zur Umsetzung des Minsker Abkommens

Karassin kündigte der Agentur Interfax zufolge an, zu einem für diesen Mittwoch in der französischen Hauptstadt Paris geplanten Vierertreffen von Vertretern aus Deutschland, Frankreich, der Ukraine und Russland zu reisen. Dabei soll über weitere Schritte zur Umsetzung des Minsker Abkommens beraten werden.

Teil des Friedensplans für die Ostukraine ist eine Waffenruhe im Kriegsgebiet, die aber brüchig ist. Bei Beschuss sei erneut ein Soldat ums Leben gekommen, sagte Armeesprecher Andrej Lyssenko in Kiew.

Die prorussischen Aufständischen berichteten von mindestens zwei getöteten Kämpfern. Zudem seien in der Großstadt Donezk in der Nacht zwei Kinder umgekommen, teilten die Separatisten mit. In dem Konflikt starben nach UN-Angaben seit April 2014 mehr als 6.000 Menschen.