Erstellt am 08. Juli 2015, 17:51

Unwetter in der Steiermark und Hitzerekorde im Osten. Ein Wetterumschwung von Westen her hat in Teilen Österreichs für Unwetter gesorgt.

 |  NOEN, APA

Vor allem in Tirol rückte die Feuerwehr in der Nacht auf Mittwoch zu zahleichen Einsätzen aus. Vorübergehend waren bis zu 14.000 Haushalte ohne Strom. In der Steiermark ging die Hitze der vergangenen Tage am Mittwoch mit Unwettern, Sturm und Hagel zu Ende. Im Osten gab es noch einmal Hitzerekorde.

Von den Unwettern in Tirol waren die Landeshauptstadt Innsbruck, die Bezirke Innsbruck-Land, Reutte, Landeck und Teile des Unterlandes betroffen. Feuerwehren mussten nach orkanartigen Böen und Gewittern zu rund 200 Einsätzen ausrücken. Keller standen unter Wasser. Der Sturm riss Baustelleneinrichtungen um, davon betroffen waren auch die Inntal- und die Brennerautobahn. Im Stubaital schlug der Blitz in einen Strommasten ein und setzte diesen in Brand.

Die Fernpassbundesstraße wurde an mehreren Stellen von Bäumen verlegt. Sie musste schließlich für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Gegen Mitternacht konnten die letzten Fahrzeuge, die durch die entwurzelten und geknickten Bäume eingeschlossen waren, befreit werden, berichtete die Polizei. Laut Tinetz AG gab es Mittwochmittag noch in drei der 279 Tiroler Gemeinden Stromversorgungsunterbrechungen.

Die Hitze der vergangenen Tage ging in der Steiermark mit Unwettern, Sturm und Hagel zu Ende. Besonders im obersteirischen Raum Bruck sowie in den Bezirken Liezen und Weiz, aber auch in Graz sorgte Starkregen für überflutete Keller und Straßen. Bäume mussten von Fahrbahnen weggezogen werden. Bis zum Abend waren in der Steiermark mehr als 1.000 Feuerwehrleute im Einsatz.

Die Gewitterzellen zogen von der westlichen Obersteiermark über die Alpenausläufer bis ins Grazer Becken und weiter in die West-, Süd- und Oststeiermark. Bis zum Abend waren die Helfer an mehr als 155 Einsatzorten gefordert. Dächer wurden - wie etwa in Leoben - teilweise abgedeckt.

Die Asfinag musste Teile der S6, Semmering Schnellstraße, sowie der S36, Brucker Schnellstraße sperren, weil Bäume auf die Fahrbahn gefallen waren. Außerdem hatten Autofahrer in den Tunneln Schutz vor Hagel gesucht. Um Unwetter abzuwarten, rät die Autobahngesellschaft, einen Rast- oder Parkplatz anzusteuern. Auf Autobahnen, im Tunnel oder unter Brücken zu halten, ist in der Regel nicht erlaubt, "sondern nur bei extremen Ausnahmesituationen, wenn man sozusagen um Leib und Leben und nicht nur um den Autolack fürchten muss", hieß es in einer Aussendung der Asfinag.

Nahe Kindberg (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) kam ein Lkw in einem Waldstück von der Straße ab und stürzte über eine steile Böschung. Der Lkw-Lenker blieb unverletzt, aber die Feuerwehr musste das Schwerfahrzeug unter schwierigen Bedingungen mit einem Kran bergen.

In der Nähe des Freilichtmuseums Stübing (Bezirk Graz-Umgebung) hatte ein relativ trockenes Gewitter einen Waldbrand ausgelöst. Nach ersten Informationen waren rund 500 Quadratmeter Kieferwald in Flammen. Das Feuer wurde aber unter Kontrolle gebracht.

In Salzburg verzeichnete die Landesfeuerwehr in der Nacht einige Unwettereinsätze. In Oberösterreich musste die Feuerwehr bei 40 bis 45 Einsätzen in den Bezirken Ried im Innkreis und Braunau vorwiegend umgestürzte Bäume entfernen.

In Wien war die Nacht auf Mittwoch die wärmste seit Beginn der Messungen. An der ZAMG-Wetterstation in der Innenstadt lag die Tiefsttemperatur bei 26,9 Grad, teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik mit. So warm war es in der City noch nie seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1985. Auch an der Wetterstation auf der Hohen Warte in der Bundeshauptstadt, wo die Temperatur seit dem Jahr 1872 gemessen wird, gab es einen nächtlichen Rekord. Die Tiefsttemperatur lag bei 24,3 Grad.

Die ZAMG registrierte außerdem die höchsten Frühtemperaturen der österreichischen Messgeschichte. Um 8.00 Uhr hatte es im Osten von Niederösterreich in Seibersdorf 30,4 Grad, in Pottschach 30,3 und in Wiener Neustadt 30,2 Grad. Die höchste bisher um diese Uhrzeit gemessene Temperatur war 30,0 Grad in Deutschlandsberg in der Steiermark am 29. Juli 2013. Erst am Dienstagnachmittag war mit 38,2 Grad ein neuer Temperaturrekord für die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck registriert worden.