Erstellt am 08. Juli 2015, 15:26

von APA Red

Unwetter in mehreren Regionen. Ein Wetterumschwung von Westen her hat in Teilen Österreichs für Unwetter gesorgt. Vor allem in Tirol rückte die Feuerwehr in der Nacht auf Mittwoch zu zahleichen Einsätzen aus. Vorübergehend waren bis zu 14.000 Haushalte ohne Strom.

 |  NOEN, APA (Archiv/EINSATZDOKU.AT)

In der Steiermark wurden zu Mittag die Schnellstraßen S6 und S36 wegen heftiger Unwetter mit Windböen und Hagel gesperrt. Im Osten gab es noch einmal Hitzerekorde.

Von den Unwettern in Tirol waren die Landeshauptstadt Innsbruck, die Bezirke Innsbruck-Land, Reutte, Landeck und Teile des Unterlandes betroffen. Feuerwehren mussten nach orkanartigen Böen und Gewittern zu rund 200 Einsätzen ausrücken. Keller standen unter Wasser. Der Sturm riss Baustelleneinrichtungen um, davon betroffen waren auch die Inntal- und die Brennerautobahn. Im Stubaital schlug der Blitz in einen Strommasten ein und setzte diesen in Brand.

Die Fernpassbundesstraße wurde an mehreren Stellen von Bäumen verlegt. Sie musste schließlich für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Gegen Mitternacht konnten die letzten Fahrzeuge, die durch die entwurzelten und geknickten Bäume eingeschlossen waren, befreit werden, berichtete die Polizei. Laut Tinetz AG gab es Mittwochmittag noch in drei der 279 Tiroler Gemeinden Stromversorgungsunterbrechungen.

Die Steiermark war dann unter tags betroffen. Auf der Semmering Schnellstraße (S6) sowie der Brucker Schnellstraße (S36) gab es durch orkanartige Windböen und Hagel kein Weiterkommen mehr. Laut Asfinag hatten im Großraum Bruck an der Mur Autofahrer in mehreren Tunneln Schutz vor den Hagelkörnern gesucht. Außerdem fielen Äste und Bäume auf die Fahrbahn. Bei der Feuerwehr trudelten im Sekundentakt Alarmierungen herein - vor allem in den Bezirken Liezen, Leoben, Bruck-Mürzzuschlag.

In Salzburg verzeichnete die Landesfeuerwehr in der Nacht einige Unwettereinsätze. In Oberösterreich musste die Feuerwehr bei 40 bis 45 Einsätzen in den Bezirken Ried im Innkreis und Braunau vorwiegend umgestürzte Bäume entfernen.

In Wien war die Nacht auf Mittwoch die wärmste seit Beginn der Messungen. An der ZAMG-Wetterstation in der Innenstadt lag die Tiefsttemperatur bei 26,9 Grad, teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik mit. So warm war es in der City noch nie seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1985. Auch an der Wetterstation auf der Hohen Warte in der Bundeshauptstadt, wo die Temperatur seit dem Jahr 1872 gemessen wird, gab es einen nächtlichen Rekord. Die Tiefsttemperatur lag bei 24,3 Grad.

Die ZAMG registrierte außerdem die höchsten Frühtemperaturen der österreichischen Messgeschichte. Um 8.00 Uhr hatte es im Osten von Niederösterreich in Seibersdorf 30,4 Grad, in Pottschach 30,3 und in Wiener Neustadt 30,2 Grad. Die höchste bisher um diese Uhrzeit gemessene Temperatur war 30,0 Grad in Deutschlandsberg in der Steiermark am 29. Juli 2013. Erst am Dienstagnachmittag war mit 38,2 Grad ein neuer Temperaturrekord für die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck registriert worden.