Erstellt am 31. März 2015, 17:22

von APA/Red

Mann stürzte bei Vorbereitungen auf "Niklas" von Leiter: tot. Sturmtief "Niklas" hat am Dienstag sein erstes Todesopfer in Österreich gefordert. Ein 63-jähriger Mann verunglückte in Mauthausen (Bezirk Perg) tödlich, als er versuchte seine Terrassenüberdachung zu sichern.

Ein 63-Jähriger stürzte in Mauthausen (Bezirk Perg) in Oberösterreich von einer Leiter, als er versuchte seine Terrassenüberdachung zu sichern. Der Pensionist erlag seinen schweren Kopfverletzungen. Im Westen und Norden kam es zu Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen.

843 Notrufe in Oberösterreich

In Oberösterreich waren bis zum Abend 427 Feuerwehren mit insgesamt 6.400 Helfern im Einsatz. Innerhalb von sechs Stunden gingen 843 Notrufe ein.

Durch den Sturm wurden in dem Bundesland Dächer abgedeckt und Bäume umgerissen, die Straßen blockierten und Stromleitungen lahmlegten. Tausende Haushalte waren ohne Strom. Der Sturm wehte außerdem mehrere Lkw von der Straße.

Stromunterbrechungen in Tirol

Auch in Tirol hinterließ "Niklas" seine Spuren. Bei Windspitzen von bis zu 120 km/h wurden zahlreiche Bäume umgerissen und Dächer abgedeckt.

In den Bezirken Landeck, Imst und Innsbruck-Land kam es zu Stromunterbrechungen durch umgestürzte Bäume. Außerdem mussten einige Straßen gesperrt werden.

In Reutte wurde das Dach eines Mehrparteienhauses durch orkanartige Sturmböen abgedeckt. In Absam nahe Innsbruck zog der starke Wind das Dach der Pfarrkirche in Mitleidenschaft.

Am Mittwoch werde es stürmisch bleiben, aber die extremen Windspitzen werden zurückgehen. Bereits Dienstagnachmittag wurden am Patscherkofel bei Innsbruck 110, auf der Idalpe in Ischgl 94 und am Hahnenkamm in Kitzbühel 81 km/h gemessen.

Eingeschränkter Betrieb in Skigebieten

Der starke Wind ließ am Dienstag auch in den Skigebieten Bahnen still stehen. Unter anderem wurde der Betrieb am Stubaier Gletscher eingestellt.

Eingeschränkten Betrieb gab es etwa auch am Arlberg, in Sölden, in Obergurgl, bei den Kitzbüheler Bergbahnen, im Kühtai und in Ischgl.

Baum stürzte in Vorarlberg auf PKWs

In Vorarlberg wurden die Feuerwehren ebenfalls bei mehreren Einsätzen in Atem gehalten. Dabei ging es vor allem um die Beseitigung umgestürzter Bäume, Hauptverkehrsadern waren aber nicht verlegt.

Berichte über verletzte Personen gab es vorerst nicht. Der Schwerpunkt der Einsätze lag im Bezirk Feldkirch. Auf einem Supermarkt-Parkplatz in Feldkirch stürzte ein Baum auf zwei Pkw.

Stark betroffen von den Sturmböen war auch der Bregenzerwald. Bei den Damülser Seilbahnen beförderten nur die Kinderlifte noch Skifahrer, die Seilbahnen Mellau mussten bis auf eine Gondelbahn und einen Sessellift alle anderen Lifte aus Sicherheitsgründen schließen.

Sturmwarnung in Niederösterreich

Die niederösterreichische Feuerwehr zählte bis zum frühen Abend 130 sturmbedingte Einsätze. Wegen umgestürzter Bäume gab es mehrere Straßensperren.

In Sooß (Bezirk Melk) wurde am Nachmittag ein Auto von einem Baum getroffen. Der Lenker blieb unverletzt, erlitt aber einen schweren Schock. Die NÖN berichtete: 
 


In Ybbs a.d. Donau stürzte ein Baum auf ein Fachmarktzentrum. Außerdem wurde das Dach des ARBÖ-Stützpunktes teilweise abgedeckt.

Salzburg: LKW samt Anhänger von Straße geblasen

In Salzburg wurde in Lamprechtshausen ein Lastwagen samt Anhänger von der Straße geblasen beziehungsweise umgedrückt. Der in Richtung Braunau fahrende Kraftwagenzug wurde von einer Sturmbö erfasst.

Der Anhänger fiel über die Böschung und brachte das Zugfahrzeug ins Schleudern. Dadurch kippte auch der Schlepper auf die Fahrbahn und blockierte die B 156 vier Stunden lang.

Der 42-jährige polnische Kraftfahrer blieb bei dem Unfall unverletzt und konnte über die Beifahrerseite aus dem umgestürzten Lastwagen klettern. Die Freiwillige Feuerwehr war mit drei Fahrzeugen und insgesamt 25 Leuten im Einsatz. Am Lastkraftwagenzug und an der Ladung entstand schwerer Sachschaden. Der Verkehr wurde örtlich umgeleitet.

Reisewarnung für alle Bahnfahrten nach Deutschland

ÖBB-Züge Richtung Westen fuhren wegen der Unterbrechung im "Deutschen Eck" statt Salzburg - Rosenheim - Kufstein über Zell am See und Wörgl. Reisende hatten mit rund 80 Minuten Verspätung zu rechnen, sagte ein Sprecher der ÖBB.

Zudem gab die Bahn eine "Reisewarnung für alle Fahrten nach Deutschland" aus. Der Fernverkehr in Bayern kam komplett zum Erliegen.

Die Feuerwehren des Landes sind nach wie vor im Dauereinsatz. Mit Stand 22.00 Uhr wurden insgesamt 278 Einsätze seit Einsetzen des Sturms registriert.