Erstellt am 05. Januar 2015, 17:15

von APA Red

US-Nachwuchsläufer von Lawine getötet. In Tirol haben am Montag gleich mehrere Lawinenabgänge die Bergretter in Atem gehalten. Oberhalb von Sölden im Ötztal wurden zwei US-Nachwuchsläufer getötet.

In Obergurgl hatte ein Tourengeher Glück und überlebte im Königstal einen Schneebrettabgang. Lawinenexperten und Bergretter appellierten, auf Touren und Abfahrten außerhalb der gesicherten Pisten zu verzichten.

Nach 45 Minuten in vier Meter Tiefe gefunden

Bei den beiden Toten handelt es sich um zwei amerikanische C-Kader-Läufer. Das hat Patrick Riml, der Söldener Alpinchef des US-amerikanischen Ski-Teams, am Montag beim Weltcup in Zagreb bestätigt. "Leider Gottes hat es an die 45 Minuten gedauert, bis man sie in dreieinhalb bis vier Meter Tiefe gefunden hat", sagte Riml. Den US-Läufern wird der Start am Dienstag beim Weltcup-Slalom in Zagreb frei gestellt.

Die US-Amerikaner waren Mitglieder einer mehrköpfigen Gruppe, die von einem Ziehweg in einen Steilhang eingefahren war. Dabei hatten sie die Schneemassen offenbar selbst ausgelöst. Sie wurden von den Bergrettern in drei bzw. vier Metern Tiefe geortet und geborgen. Jede Hilfe kam zu spät.

In dem Gebiet bestand die Warnstufe "3" der fünfteiligen Gefahrenskala. Die Touristen waren zunächst auf den 3.056 Meter hohen Gaislachkogel aufgefahren. Bei ihrer Abfahrt verließen sie den gesicherten Skiraum und wollten vermutlich in Richtung Rettenbachtal.

"Riesige Schollen" seien zu Tal gedonnert

Der Lawinenkegel wurde von Bergrettern als "riesig" beschrieben. Teile der Schneemassen gingen bis zu der wegen Lawinengefahr gesperrten "Piste 30" ab, auf der es am Montag keinen Skibetrieb gab. Im Einsatz standen rund 60 Bergretter, Alpinpolizei und Suchhunde.

Überrascht vom Ausmaß einer weiteren Lawine zeigten sich Bergretter am späten Nachmittag in Obergurgl, wo in der Nähe eines Liftes ebenfalls im nicht gesicherten Skiraum ein Schneebrett in einer Länge von 400 Metern abgebrochen war.

"Riesige Schollen" seien in dem 20 Grad steilen Gelände zu Tal gedonnert, berichtete Einsatzleiter Ronald Ribis der APA: "So etwas habe ich in meiner langjährigen Erfahrung noch nie gesehen". Auch dabei dürften zwei Tourengeher die Schneemassen ausgelöst haben. Sie blieben aber unverletzt und hatten, ohne Meldung zu maschen, das Weite gesucht. Der Einsatz wurde gegen 17.00 Uhr abgebrochen.