Erstellt am 29. September 2016, 14:43

Jugendlicher tötete Vater und schoss an Schule um sich. Im Südosten der USA hat ein Jugendlicher seinen Vater getötet und danach drei Menschen in einer Schule durch Schüsse verletzt.

 |  APA/dpa/ag.

Der Bursche eröffnete am Mittwochnachmittag das Feuer in einer Volksschule in Townville im Staat South Carolina und traf zwei Schüler sowie eine Lehrerin. Der Schütze wurde festgenommen. Nach ersten Erkenntnissen hatte er keine rassistischen oder terroristischen Motive.

Der Teenager habe einem Schüler in ein Bein geschossen und dem anderen in einen Fuß, teilten Behördenvertreter mit. Die Lehrerin sei an der Schulter getroffen worden. Der Jugendliche habe auf dem Spielplatz der Volksschule das Feuer eröffnet.

Einer der verletzten Schüler wurde mit einem Hubschrauber in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht und dort operiert, wie örtliche Medien berichteten. Die Lehrerin und der zweite Bub wurden mit dem Krankenwagen in eine Klinik gefahren und behandelt. Das Kind konnte später wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Angreifer leistete keinen Widerstand

Der jugendliche Angreifer leistete keinen Widerstand, als ein Feuerwehrmann an der Schule eintraf und ihn überwältigte. Die Festnahme habe nur wenige Minuten gedauert, sagte die Superintendentin Joanne Avery von County Anderson bei einer Pressekonferenz. Auf Liveaufnahmen vom Tatort waren zahlreiche schwer bewaffnete Sicherheitskräfte zu sehen, einige von ihnen trugen Helm und schusssichere Westen.

Die rund 300 Schüler wurden laut Medienberichten in Bussen in eine nahegelegene Kirche gebracht. Die schnelle Reaktion von Lehrern und Schulpersonal habe "sehr viel Schlimmeres" verhindert, sagte Avery weiter. "Unsere Herzen sind gebrochen angesichts dieses sinnvollen Aktes der Gewalt." Die Volksschule wurde für den Rest der Woche geschlossen.

Kurz nachdem die Polizei zu der Schule gerufen wurde, ging ein weiterer Notruf aus einem etwa drei Kilometer entfernten Haus ein. Dabei sei die Tötung eines 47-jährigen Mannes gemeldet worden, teilte die Rechtsmedizin des Landkreises mit. Das Opfer sei der Vater des Jugendlichen. Der Täter habe ihn ersten Ermittlungen zufolge erschossen, bevor er in der Schule angriff.

Ermittlungen noch am Anfang

"Die Ermittlungen sind noch ganz am Anfang", sagte Polizeisprecher Garland Major. Es werde unter anderem geprüft, ob der Bursche psychische Probleme habe. Über den mutmaßlichen Täter war zunächst nicht viel bekannt, auch nicht sein Alter. Er war in keiner Schule in dem County angemeldet, sondern wurde zuhause unterrichtet.

Schießereien an Schulen und Universitäten hat es in den vergangenen Jahren in den USA immer wieder gegeben. Viele Bildungseinrichtungen haben deswegen ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, insbesondere seit der Schießerei an einer Volksschule in Newtown in Connecticut im Jahr 2012, bei der 26 Menschen getötet worden waren.