Erstellt am 22. Juli 2016, 06:12

Trump verspricht Amerikanern Wohlstand und Sicherheit. Donald Trump geht als Kandidat der US-Republikaner in die Präsidentenwahl am 8. November. Der Immobilienmilliardär , der noch nie ein politisches Amt bekleidet hat, nahm am späten Donnerstagabend in Cleveland unter großem Jubel zum Ende des viertägigen Konvents die Nominierung seiner Partei an.

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In seiner Antrittsrede versprach er, die USA zu "Sicherheit, Wohlstand und Frieden zu führen". Trump betonte, unter ihm als Präsident werde wieder "Amerika zuerst" gelten. "Amerikanismus, nicht Globalisierung, das wird unser Credo sein." Dazu werde er auch nur Handelsabkommen mit einzelnen Ländern abschließen. Vereinbarungen, die US-Arbeitsplätze vernichteten, werde es mit ihm nicht geben. Er wolle Steuern senken und die Wirtschaft deregulieren, damit würden Billionen Dollar für die Wirtschaft freigesetzt.

Der ehemaligen Außenministerin Clinton warf Trump Versagen auf ganzer Linie vor. Sie trage auch eine Mitschuld am Erstarken islamistischer Gewalt. "Die Probleme, denen wir uns jetzt gegenübersehen - Armut und Gewalt zu Hause und Krieg und Zerstörung im Ausland - werden nur so lange anhalten, wie wir uns auf dieselben Politiker verlassen, die sie erst geschaffen haben", rief Trump. "Nach 15 Jahren der Kriege im Nahen Osten, nach Billionen ausgegebener Dollar und tausender verlorener Menschenleben ist die Lage heute schlimmer als jemals zuvor. Das ist das Erbe von Hillary Clinton: Tod, Zerstörung, Terrorismus und Schwäche", sagte Trump unter "Sperrt sie ein"-Rufen der Delegierten. Unter ihm werde der Kampf gegen den Islamismus entschieden geführt, sagte Trump. "Wir müssen die Barbaren von Isis (Islamischer Staat) besiegen und wir werden sie rasch besiegen."

Der umstrittene Politiker attackierte auch erneut illegale Einwanderer. 180.000 von ihnen mit einem kriminellen Hintergrund "streifen heute Abend frei herum, um friedfertige Bürger zu bedrohen". Mit dem 20. Jänner - dem Amtsantritt des neuen Präsidenten - werde die Kriminalität ein Ende haben, versprach Trump. Die Zuwanderung aus Ländern, die "vom Terror kompromittiert sind", werde er unterbinden. Er werde ein Einwanderungssystem schaffen, "das funktioniert - aber, das für amerikanische Bürger funktioniert".

Trump kündigte auch Steuerentlastungen für die Mittelschicht und die Schaffung zahlreicher Arbeitsplätze an. Dazu wolle er bundesstaatliche Vorschriften abschaffen, die nach seinen Worten das Land jährlich drei Billionen Dollar kosteten. Das Geld solle für Bau und Instandsetzung von Infrastruktur wie Straßen, Tunnel, Brücken und Flughäfen eingesetzt werden. Das werde im Gegenzug Millionen Arbeitsplätze schaffen. "Ich habe Milliarden von Dollar verdient, jetzt werde ich unser Land wieder reich machen. Ich werde unsere schlechten Handelsabkommen in gute Handelsabkommen umwandeln. Wir werden niemals schlechte Abkommen unterschreiben: Amerika zuerst."

Die Rede Trumps bildete den Höhepunkt des viertägigen Nominierungsparteitags der Republikaner, der von zahlreichen Eklats überschattet war. Zuletzt hatte der in den Vorwahlen unterlegene Senator Ted Cruz am Mittwoch in seiner Rede vor den Delegierten eine Unterstützung Trumps verweigert. In der Veranstaltungshalle kam es daraufhin zu tumultartigen Szenen.

Trump hatte seine Bewerbung vor 13 Monaten angekündigt. Wegen seines lautstarken Auftretens, seiner Frisur und nicht vorhandener politischer Erfahrung wurde seine Kampagne monatelang belächelt. Seine Kandidatur ist Krönung eines beispiellosen Vorwahlkampfs.

An Trumps Ausfällen gegen Immigranten, Frauen oder innerparteiliche Gegner gibt es anhaltende Kritik. Seine außenpolitischen Äußerungen und ein Kurs des "Amerika zuerst" befremden viele rund um den Globus.

Trotz umstrittener Positionen setzte sich Trump in seiner Partei früh an die Spitze der Umfragen, die er bis zuletzt nicht mehr hergeben sollte. Der politische Seiteneinsteiger setzte sich in einem ungewöhnlich breiten Bewerberfeld aus 17 republikanischen Mitbewerbern durch. In den Vorwahlen aller Bundesstaaten schlug er auch reihenweise Kandidaten des Parteiestablishments aus dem Feld, das Trumps Kandidatur lange nicht ernst nehmen wollte.

Die meiste Zustimmung für den Unternehmer kommt aus der weißen Mittelschicht, aber er konnte sein Elektorat auch weit in andere Bevölkerungsgruppen ausweiten. Seinen Anhängern gilt er als Verkörperung eines Neuanfangs und einer Überwindung einer politischen Lähmung in Washington. Neben populistischen Aussagen ist über konkrete politische Vorhaben oder Programmatik bisher wenig bekannt.