Erstellt am 27. September 2014, 12:20

von APA/Red

USA weiten Angriffe auf IS aus. Die US-Luftwaffe hat in der Nacht auf Samstag erneut Stellungen der Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" in Syrien angegriffen.

Die Kampfjets seien nahezu ununterbrochen im Einsatz, teilte das Pentagon mit. Bombardiert wurden erstmals Ziele in der Provinz Homs. Doch die Luftschläge sind zu wenig, um die Extremisten zu vertreiben. Die USA wollen daher 15.000 syrische Rebellen ausbilden.

Washington nannte keine Details zu den Zielen der Angriffe oder den daran beteiligten Staaten. Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte weitete die US-geführte Militärallianz ihren Kampf gegen den IS auf die zentrale Provinz Homs aus. "Die US-arabische Koalition hat erstmals Stellungen des IS in der östlichen Wüste der Homs-Provinz attackiert", sagte der Chef der in Großbritannien beheimateten Nichtregierungsorganisation, Rami Abdel Rahman.

Auch Ziele in der Provinz Aleppo sowie die Stadt Raqqa, in der die Extremisten ihr Hauptquartier haben, seien angegriffen worden. Rund um die Stadt Tabka, wo IS-Kämpfer einen Luftwaffenstützpunkt besetzt halten, waren demnach ebenfalls Explosionen zu hören.

Luftangriffe reichen nicht aus

Um die IS allerdings zu besiegen, sind die Luftschläge zu wenig. Die USA müssen daher nach Einschätzung ihrer Militärführung mehr moderate syrische Rebellen für den Kampf gegen den Islamischen Staat ausbilden als bisher geplant. Um die IS-Extremisten aus ihren Hochburgen im Norden und Osten Syriens verdrängen zu können, sei der Einsatz von 12.000 bis 15.000 Oppositionskämpfern notwendig, sagte Generalstabschef Martin Dempsey am Freitag in Washington.

Der US-Kongress hatte in der vergangenen Woche genehmigt, 5.000 syrische Kräfte auszubilden und auszurüsten. "5.000 waren nie der Endstatus", sagte Dempsey. Er bekräftigte, dass die laufenden Luftangriffe der USA und ihrer Verbündeten allein nicht ausreichten. "Die Kampagne gegen den IS in Syrien muss eine Komponente am Boden haben. Und wir glauben, dass der Weg dahin über die syrische Opposition läuft."

Grünes Licht für britischen Militäreinsatz

Mit Großbritannien, Belgien und Dänemark wollen drei weitere europäische Staaten Kampfflugzeuge gegen die Extremisten im Irak einsetzen. Der IS sei "eine klare und erwiesene Bedrohung für das Leben von Briten", sagte Premierminister David Cameron am Freitag. Der Militäreinsatz werde "eher Jahre als Monate" dauern.

Das Unterhaus in London gab der Regierung am Freitag mit 524 zu 43 Stimmen grünes Licht für den Militäreinsatz. Das Mandat schließt den Einsatz von Bodentruppen aus. Ausgeklammert ist ebenso eine Beteiligung an Luftschlägen in Syrien.