Erstellt am 30. Mai 2014, 10:59

von APA Red

Vanek mit Canadiens gescheitert. Österreichs NHL-Export Thomas Vanek muss weiter warten, um sich sein großes Karriereziel (den Gewinn des Eishockey-Stanley-Cups) erfüllen zu können.

Der Steirer verlor am Donnerstag mit seinen Montreal Canadiens im Eastern-Conference-Finale ("best of seven") das sechste Spiel gegen die New York Rangers mit 0:1, womit die Rangers ins Endspiel um den Stanley Cup einzogen. Der Club aus New York entschied die Serie mit 4:2-Siegen für sich.

Die "Blueshirts", für die Dominic Moore in der 39. Minute traf, bekommen es nun entweder mit den Los Angeles Kings oder Titelverteidiger Chicago Blackhawks zu tun. Vor dem sechsten Duell am Freitag steht es in der Serie 3:2 für die Kings. Beide möglichen Duelle wären eine Premiere im Stanley-Cup-Finale. Zuletzt standen die Rangers 1994 im Endspiel. Damals setzten sie sich gegen die Vancouver Canucks mit 4:3 durch und holten zum vierten Mal die begehrte Trophäe.

Ausschlaggebend für den Erfolg am Donnerstag im Bell Centre in Montreal war die starke Defensivleistung der Gäste. Wieder einmal in den diesjährigen Play-offs zeigte vor allem Goalie Henrik Lundqvist eine bärenstarke Partie. Der Schwede wehrte 18 Schüsse der Canadiens ab und trug so entscheidend dazu bei, dass die lange Leidenszeit der kanadischen Eishockey-Fans zumindest ein Jahr weitergeht. Der letzte Titel eines kanadischen Team datiert aus dem Jahr 1993, als Montreal gegen L.A. gewann.

Besonders spektakulär war Lundqvists akrobatische Rettungsaktion gegen Vanek in der 36. Minute. Der abgefälschte Schuss des Steirers aus kürzester Distanz schien bereits wie ein sicherer Treffer, doch wie aus dem Nichts ließ der Rangers-Schlussmann instinktiv seinen Stock fallen und wehrte den Puck mit seiner rechten Hand ab. Dabei schlug der Schwede fast ein Rad. Binnen weniger Stunden wurde seine Glanztat zu einem Hit auf der Internetplattform YouTube, unter anderem von der "sensationellsten Abwehr der gesamten Play-offs" war dort in Kommentaren zu lesen.

Die Aktion war der einzige Torschuss von Vanek bei 12:13 Minuten Eiszeit. Seine Performance war quasi symptomatisch für die gesamte Serie, in der er ohne Torerfolg geblieben war und auch immer weniger eingesetzt wurde. In den zwei Runden davor gegen Tampa Bay Lightninig und Boston Bruins hatte Vanek noch fünf Treffer erzielt.

"Ein unglaubliches Gefühl", war Rangers-Held Lundqvist nach dem knappen Sieg überglücklich. "Was uns ins Finale gebracht hat, ist der Umstand, dass das ganze Team in entscheidenden Momenten zulegen konnte, speziell in den Play-offs. Das macht es noch spezieller.""Ich denke, die ersten beiden Spiele waren der Schlüssel", sagte Montreal-Stürmer Daniel Briere. "Zum Start der Serie in der eigenen Halle zweimal geschlagen zu werden, war unser großer Fehler. Wahrscheinlich sind wir nicht mit genug Hass rausgegangen."

Canadiens-Coach Michel Therrien konnte der Niederlage aber auch Positives abgewinnen. "Wenn ich mir den ganzen Saisonverlauf anschaue, haben wir heuer große Fortschritte gemacht. Ich bin stolz auf dieses Team", sagte der 50-Jährige. Ob Vanek auch in der kommenden Saison für Montreal spielen wird, ist weiter ungewiss. Der 30-Jährige ist jedenfalls ab 1. Juli unverändert ein "Free Agent" - das heißt, er ist vertragsmäßig ungebunden und kann zu dem Club wechseln, der ihm die besten Konditionen bietet.

Ergebnis NHL-Play-off vom Donnerstag - Eastern Conference:
Finale ("best of seven"), 6. Spiel:

Montreal Canadiens - New York Rangers 0:1 - Endstand: 2:4. Rangers im Stanley-Cup-Finale gegen Los Angeles Kings oder Chicago Blackhawks (Stand i.d. Serie: 3:2, nächstes Spiel am Freitag)