Erstellt am 18. November 2014, 05:26

Vater und Sohn bei Explosion in Steiermark getötet. Ein 57-jähriger Vater und sein 29-jähriger Sohn sind am Montagabend bei einer Explosion im steirischen Kapfenstein ums Leben gekommen.

Der 57-Jährige hatte offenbar zusammen mit seinen beiden Söhnen in einem Wirtschaftsgebäude auf einem landwirtschaftlichen Anwesen mit einem "hochexplosiven Pulver" hantiert, so die Polizei. Als der 33-jährige Sohn gerade im Nebenhaus war, kam es zur Detonation.

Die drei Männer hatten am Abend in dem Wirtschaftsgebäude mit dem noch nicht näher bekannten Pulver hantiert. Nachbarn sprachen davon, dass sie zu Silvester öfter selbst Knallkörper und Raketen gebastelt hatten. Das konnte Maximilian Ulrich von der Landespolizeidirektion Steiermark vorerst nicht bestätigen. Den ersten Ermittlungen zufolge war der 33-jährige Sohn gegen 18.20 Uhr in ein Nebengebäude - ein altes Wohnhaus - gegangen, als es plötzlich zur Explosion kam.

Nur noch "Schutt und Asche" übrig

Die Druckwelle zerriss das Wirtschaftsgebäude förmlich, in dem sich der 57-Jährige und der 29-Jährige befanden. Teile flogen laut Polizei zumindest in einem Umkreis von 500 Metern herum und blieben in Bäumen hängen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch noch weiter entfernt etwas gefunden werde. Die Explosion war kilometerweit zu hören. Der 33-Jährige im Nebenhaus erlitt leichte Verletzungen, musste aber vom Kriseninterventionsteam betreut werden. Auch seine 55-jährige Mutter, die im Wohnhaus unverletzt blieb, wird psychologisch betreut.

Vom Wirtschaftsgebäude sei laut Ulrich nur noch "Schutt und Asche" übrig. Die Feuerwehr musste den entfachten Brand löschen. Die anderen Gebäude des landwirtschaftlichen Anwesens waren teilweise schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auch Nachbarhäuser hat es getroffen. Die Druckwelle zerbrach Fensterscheiben, deckte Ziegel von den Häusern ab und könnte sogar einen ganzen Dachstuhl eines Nachbars angehoben haben. Autos wurden von herabfallenden Teilen getroffen und schwer beschädigt. Das gesamte Areal glich einem Trümmerfeld.

Ehe die Ermittler ihre Arbeit in den Nachstunden aufnehmen und nach den Leichen unter den Trümmern suchen konnten, musste der Entschärfungsdienst angefordert werden. Dieser musste ausschließen, dass es zu weiteren Explosionen kommen kann. Am Dienstag soll die Detailarbeit fortgesetzt werden. Warum die Männer mit dem Pulver hantiert hatten, könnte der 33-jährige Sohn beantworten. Er wurde an der Stirn verarztet und soll als erster vernommen werden.