Erstellt am 04. August 2014, 16:27

von APA Red

Prammer-Trauerfeier am Samstag vor Parlament. Die Trauerfeier für die verstorbene Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) wird am Samstag vor dem Parlament stattfinden.

Das hat der Zweite Nationalratspräsident Karlheinz Kopf (ÖVP), der nun die Geschäfte im Hohen Haus führt, am Montagnachmittag angekündigt. Die Sondersitzung zur Wahl des Nachfolgers oder der Nachfolgerin Prammers wurde für 2. September angesetzt.

Als im Amt verstorbener Nationalratspräsidentin steht Prammer ein Staatsbegräbnis zu. Der grundsätzliche Ablauf dafür wurde am Montagnachmittag in einer Sonderpräsidiale des Parlaments geklärt.

Zeremonie vor dem Parlament

In Absprache mit Prammers Familie wird es am Samstag eine offizielle Trauerfeier mit Ansprachen u.a. von Bundespräsident Heinz Fischer und Kanzler Werner Faymann (SPÖ) geben, zu der neben den geladenen offiziellen Gästen auch die Bevölkerung kommen kann: Die Zeremonie wird am Platz vor dem Parlamentsgebäude stattfinden, die Ringstraße wird dazu gesperrt.

Damit wolle man möglichst vielen Menschen die Gelegenheit geben, an der Trauerfeier teilzunehmen, sagte Kopf in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Dritten Präsidenten Norbert Hofer (FPÖ) und den Klubobleuten aller Parlamentsparteien im Anschluss an die Präsidiale.

"Ganz im Sinn der Frau Präsidentin – sie war es, die das Haus geöffnet hat", betonte Kopf mit Verweis unter anderem auf die "Demokratiewerkstatt" für Jugendliche. Die Beisetzung Prammers soll dann ohne Öffentlichkeit erfolgen: in einem Ehrengrab der Stadt Wien im engsten Familienkreis.

Aufbahrung: Öffentlichkeit kann sich verabschieden

Die Öffentlichkeit wird außerdem am Donnerstag und Freitag Gelegenheit haben, sich von Prammer zu verabschieden. Der Sarg mit dem Leichnam der Nationalratspräsidentin kommt Donnerstag um 9 Uhr ins Parlament und wird danach zwei Tage lang aufgebahrt – öffentlich zugänglich ist er jeweils Donnerstag und Freitag von 10 bis 17 Uhr.

Außerdem wird es zwei Kondolenzbücher geben: Ein offizielles für die Staatsspitze und Diplomaten sowie ein öffentliches, das ab Dienstagfrüh bis Freitag jeweils von 8.00 bis 17.00 Uhr im Besucherzentrum des Parlaments aufliegt. Rund um die Uhr zur Verfügung steht zudem das Online-Kondolenzbuch auf.

Es war am Montag wegen des großen Ansturms mit bis zu 800 Zugriffen pro Minute teilweise überlastet, wie die Parlamentsdirektion mitteilte.

Die Sitzung zur Wahl des Nachfolgers oder der Nachfolgerin an der Spitze des Parlaments wurde für 2. September angesetzt – also genau ein Monat nach Prammers Tod. SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder wollte sich nach der Pressekonferenz nicht auf mögliche Nachfolgekandidaten festlegen und will einen Trauermonat einhalten.

"Es geht um den würdigen Abschied"

"Ich möchte ein paar Wochen gar nicht über diese Frage nachdenken", sagte er auf entsprechende Journalistenfragen. Nun gehe es darum, einen würdigen Abschied von Prammer zu organisieren. Die Frage der Nachfolge werde in den Tagen vor der Wahl entschieden.

Den Medien dankte Kopf für den "durchwegs respektvollen Umgang" mit dem Thema und appellierte, bei der weiteren Berichterstattung insbesondere über die Art der Krebserkrankung Prammers "so gefühlvoll und pietätvoll wie irgend möglich" zu agieren.

Prammer selbst hat die genaue Diagnose zu Lebzeiten nicht öffentlich gemacht und ihren Arzt nicht von der Schweigepflicht entbunden.

Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn hat sich unterdessen "sehr bewegt" vom Tod von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) gezeigt. Er würdigte – auf "Radio Stephansdom" – die "bescheidene, kluge und sehr menschliche Art", mit der Prammer ihr Amt ausgeübt habe. Schönborn dankte Prammer "für den Dienst, den sie für unser Land so umsichtig und verantwortungsvoll wahrgenommen hat".

Zahlreiche weitere Reaktionen langten im Laufe des Montags ein. So zeigte sich die frühere 2. Nationalratspräsidentin Marga Hubinek (ÖVP) bestürzt und dankten so unterschiedliche Organisationen und Institutionen wie die Vertretung der EU-Kommission, Greenpeace, die Frauenhäuser oder die Katholische Frauenbewegung der langjährigen Politikerin für ihr Wirken.

Der frühere Außenminister Peter Jankowitsch (SPÖ) verwies ebenso auf ihr internationales Engagement wie die Austrian Development Agency (ADA).